Machten auf das Phänomen der Datenlücke bei Frauen aufmerksam (von links): Uetzes Gleichstellungsbeauftrage Ann-Kristin Rauhe, die Hänigser Künstlerin Stephanie Gerns und AWO Frauenberaterin Sarah Ogiermann.

„Wir wollen keine Datenlücke sein“

Uetze: Aktion am Internationalen Frauentag zum Thema Gender-Data-Gap

Region Hannover/ Uetze. Heute ist der Internationale Frauentag und das Frauenbündnis Uetze hat mit einer Aktion auf dem Marktplatz auf die Ungleichheit zwischen Frauen und Männern aufmerksam gemacht. „Wir wollen keine Datenlücke sein“, sagt Sarah Ogiermann, AWO Frauenberaterin in Uetze. Hinter ihr auf dem Marktplatz ist eine Installation aus Holz aufgestellt, aus der eine Silhouette ausgeschnitten ist: ein Mahnmal unter dem Titel „Die Unsichtbare“. „Die ausgeschnittene Silhouette einer Frau steht für die Datenlücke, die es immer noch über Frauen gibt. Sie ist ein Teil der Ungleichheit, die Frauen immer noch benachteiligt“, erklärt Uetzes Gleichstellungsbeauftrage Ann-Kristin Rauhe. Als Beispiel nannte sie klinische Studien in der Medizin, in denen Frauen unterrepräsentiert seien. „Neue Medikamente können Leben retten, es verlängern oder verbessern. Allerdings nur, wenn die Wirkstoffe auch wirklich auf Körpergröße, Gewicht und die Arbeitsweise der Organe abgestimmt sind“, betont Rauhe. Was dem einen helfe, könne die andere durch eine falsche Dosierung kränker werden lassen oder im schlimmsten Fall umbringen.

Die Holzinstallation hat Rauhe gemeinsam mit der Hänigser Künstlerin Stefanie Gerns hergestellt. Passantinnen konnten die Silhouette ausfüllen und somit die Datenlücke symbolisch schließen. „Wir möchten, dass Selfies gemacht und in den Sozialen Medien gepostet werden“, sagt Rauhe. An den Seiten der Installation hatten sie und Gerns Erklärungen angebracht, die das Phänomen der Datenlücken – international auch Gender-Data-Gap genannt – beschreibt und mit weiteren Beispielen unterfüttert. So seien auch die Erhebungen zur häuslichen Gewalt immer noch mangelhaft – und das Thema immer noch in der Tabuzone. Erhebliche Datenlücken gebe es auch im Bereich Arbeit. Frauen weltweit leisteten 75 Prozent der Care-Arbeit, die unbezahlt sei und damit oft unsichtbar. „Durch Corona wurde wieder etwas mehr über dieses Thema gesprochen, aber es bleibt weiterhin eine Datenlücke und eine Entlohnungslücke“, betont Ogiermann.

Fotos, Clip & Text: Christian Degener/AWO

Machten auf das Phänomen der Datenlücke bei Frauen aufmerksam (von links): Uetzes Gleichstellungsbeauftrage Ann-Kristin Rauhe, die Hänigser Künstlerin Stephanie Gerns und AWO Frauenberaterin Sarah Ogiermann.

Diese Uetzer Frauen füllten symbolisch die Lücke.

Das Bündnis wies auch auf die bedrohliche Lage für Frauen in der Ukraine hin, die unter dem Krieg leiden.

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