Ingrid Kröger, Leiterin des Fachbereichs Tageseinrichtungen für Kinder bei der AWO.

„Wir sehen die Not der Eltern“

Interview: Ingrid Kröger, Leiterin des Fachbereichs Tageseinrichtungen für Kinder bei der AWO, über die derzeitige Situation in den Kitas

Die 48 Kindertagesstätten der AWO Region Hannover sind wegen des Coronavirus seit mittlerweile mehr als 14 Tagen geschlossen. In einem Interview erläutert Ingrid Kröger, Leiterin des Fachbereichs Tageseinrichtungen für Kinder bei der AWO, die derzeitige Situation in den Kitas.

Die 48 Kindertagesstätten der AWO Region Hannover sind wegen des Coronavirus seit mittlerweile mehr als 14 Tagen geschlossen. Wie gehen die Eltern mit dieser belastenden Situation um?

Es ist eine wirkliche Extremsituation und wir sehen die Not der Eltern. Sie müssen enorme Anstrengungen unternehmen, um die Betreuung ihrer Kinder zu organisieren.  Doch sie haben sehr viel Verständnis gezeigt. Viele Elternteile arbeiten von Zuhause aus und betreuen dabei ihre Kinder, andere mussten in Kurzarbeit gehen.

Gab es viele Anfragen nach einer Notbetreuung?

Ja, es gab viele Anfragen und viele mussten wir ablehnen. Die Notbetreuung ist ja laut Verordnung des Landes Niedersachsen nur für Kinder, von denen mindestens ein Elternteil nachweisbar in einem systemrelevanten Beruf arbeitet. Zu den systemrelevanten Berufsgruppen gehören Mediziner, Pfleger, Mitarbeitende im Einzelhandel und andere.

Wie viele Kinder werden derzeit in den AWO Kitas notbetreut?

In unseren Einrichtungen sind es zurzeit rund 150 Kinder – in Gruppen mit bis zu fünf Kindern. Es ist aber sehr unterschiedlich in den einzelnen Einrichtungen: Wir haben auch Kitas mit nur zwei Kindern.

Gibt es für die Notbetreuung besondere Betreuungsauflagen wie beispielsweise Abstandsvorschriften?

Nein, an der Betreuung ändert sich nichts. Um es bildlich auszudrücken: Wenn ein Kind weint, wird es auch weiterhin auf den Arm genommen.

Was machen die Mitarbeitenden der Kitas in dieser Zeit?

Unsere Kitas sind täglich zwischen 8 und 16 Uhr geöffnet. Wer nicht mit der Notbetreuung beschäftigt ist, widmet sich beispielsweise Organisationsaufgaben oder der konzeptionellen Arbeit. Unsere Erzieherinnen und Erzieher sind es natürlich nicht gewohnt, keine Kinder um sich zu haben. Sie nehmen derzeit telefonisch oder per Mail Kontakt mit den Eltern auf und fragen die Familien, wie sie in dieser besonderen Zeit zuhause klar kommen. Und die Erzieherinnen und Erzieher bieten den Eltern an, dass sie bei Fragen oder Problemen jederzeit in der Kita anrufen können. Außerdem lassen sie sich gerade spannende Dinge für die Eltern und Kinder einfallen.

Was zum Beispiel?

Einige Kitas bieten den Familien an, dass sich die Kinder ihr Lieblingsspielzeug  oder Lieblingsbuch ausleihen dürfen. In anderen Kitas werden kleine Videos für die Kinder gedreht. Oder per Post oder E-Mail Bastelanleitungen für Ostern versandt. Eine Kita hat schon viele selbstgemalte Bilder erhalten. Sie planen jetzt eine Ausstellung zu organisieren, wenn die Kita wieder regulär öffnen darf. Aber wir freuen uns natürlich darauf, wenn wir endlich wieder alle Kinder in der Kita betreuen dürfen!

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