Sprachlehrer Daniel Steckbauer und Teilnehmerin Tatiana Crineva aus dem C1-Kurs.

Virtuelle Klassenzimmer und Online-Tutorien: AWO führt digitalen Unterricht ein

Hannover/Linden. Digital ist „in“, digital ist wichtig: „Die Digitalisierung des Unterrichts ist nicht erst seit Corona ein besonderes Thema“, betont Heike Seiker, Leiterin der Einrichtung Sprache und Integration der AWO Region Hannover. Seit dem 19. April finden dort Online-Deutschsprachangebote an. „Trotz der großen Herausforderungen an die technischen Voraussetzungen für die Teilnehmenden haben wir es geschafft, zwei virtuelle Klassenzimmer und mehrere Online-Tutorien in kurzer Zeit einzurichten“, freut sich Seiker.

Die Teilnehmenden erhalten zu jeder Sitzung einen Link, mit dem sie in den digitalen Seminarraum gelangen. „Wie in einem normalen Klassenzimmer können sie untereinander kommunizieren und ihre Arbeiten und Aufgaben präsentieren“, erklärt AWO Sprachlehrer Daniel Steckbauer. Über einen Textchat, das Headset und die Webcam sei ein Austausch auf verschiedenen Ebenen möglich. „Der Unterrichtsablauf klappt nach einigen Anlaufschwierigkeiten erstaunlich gut, die Beteiligung ist hoch und die Motivation durch den direkten Austausch zwischen Lehrkraft und Teilnehmenden sowie untereinander ist enorm anregend“, betont Steckbauer. Das zeigen auch die vielen positiven Rückmeldungen und die hohe Zahl der täglich online anwesenden Teilnehmer. 16 bis 17 seien durchschnittlich täglich im C-1-Kurs dabei.

Den Präsenzunterricht könne ein virtuelles Klassenzimmer nicht ersetzen, so Steckbauer. Es sei aber ein wirksames Mittel, von zuhause aus online im Unterrichtsstoff zu bleiben und die Sprachkenntnisse zu aktivieren.

Zusätzlich bieten Online-Tutorien die Möglichkeit, den Lernfortschritt im Austausch mit den Lehrkräften zu erhalten beziehungsweise zu festigen. „Dazu bekommen die Teilnehmenden von uns individuell zugeschnittene Aufgaben zugeteilt, die sie in einem bestimmten Rhythmus bearbeiten sollen“, erläutert Steckbauer. Genutzt werde dafür das „VHS Lernportal“, das sich an den Niveaustufen A1- B2 orientiere und viele verschiedene Aufgabentypen – vom Schreiben bis zum Sprechen – anbiete. Insbesondere für die Teilnehmenden, die Kinder zuhause betreuen, sei diese flexible Lernform von Vorteil. Sie könnten dadurch selbst bestimmen, wann sie die Aufgaben erledigen. Das Angebot werde überwiegend positiv angenommen, die meisten seien eifrig dabei, freut sich Steckbauer. „Der Online-Kurs macht mir sehr viel Spaß und vertreibt die Langeweile,“ so auch die Rückmeldung einer Teilnehmerin.

„Mit diesen digitalen Lehr- und Lernangeboten versuchen wir diese „Zeit des Lern-Stillstands“ aktiv zu gestalten und bieten den Teilnehmenden die Möglichkeit, das Deutschlernen nicht zu vergessen“, sagt Seiker.

Zum Hintergrund

Die Einrichtung „Sprache und Integration“ der AWO Region Hannover bietet Integrationskurse nach §43 (Aufenthaltsgesetz) und berufsbezogene Deutschsprachkurse nach §45 (Aufenthaltsgesetz) an. Die Kurse werden vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge gefördert (BAMF).

Integrationskurse bieten den Einstieg in die deutsche Sprache bis zur Niveaustufe B1 und die Förderung der Integration im Sinne der gesellschaftlichen Teilhabe und Chancengleichheit.

Die berufsbezogene Deutschsprachförderung mit Kursen der Niveaustufen A2 bis C 1 bereitet aufbauend auf die Integrationskurse kontinuierlich auf den deutschen Arbeitsmarkt vor.

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