Setzen sich für die frühkindlichen Bildungsangebote ein (von links): Ricarda und Udo Niedergerke, AWO Fachbereichsleiterin Gabriele Schuppe, Honorarkraft Anja Becker

Spielkreis und „Fit für den Kindergarten“

AWO Projekte ermöglichen barrierefreien Zugang zu frühkindlichen Bildungsangeboten für obdachlose Familien
 

Hannover/List. Für Kinder und deren Eltern, die in den Wohneinheiten der Stadt Hannover für obdachlose Familien in der Podbielskistraße 115 c-f leben, organisiert die Familienbildung der AWO Region Hannover seit Anfang Mai zwei niederschwellige frühkindliche Förder- und Bildungsangebote: den zweimal wöchentlich stattfindenden Spielkreis und das Projekt „Fit für den Kindergarten“. Die bis Dezember 2019 laufenden Projekte werden durch die Landeshauptstadt Hannover und durch die Ricarda und Udo Niedergerke Stiftung gefördert.

In der von dem Unternehmen Living Quarter GmbH betriebenen Unterkunft leben viele Kinder im Vorschulalter, die bisher noch keinen Platz in Kindertagesstätten oder Anschluss an andere Regelangebote für frühkindliche Bildung gefunden haben. „Leider gestaltet sich die Suche nach einem Kita-Platz für die Familien nicht immer leicht“, sagt Gabriele Schuppe, AWO Fachbereichsleiterin Bildung, Qualifizierung, Teilhabe. Umso wichtiger sei es, mit unseren frühkindlichen Bildungsangeboten zu begleiten und den Übergang in eine Regeleinrichtung so leicht wie möglich zu machen.

Honorarkräfte der AWO Familienbildung spielen, basteln oder lesen mit den Kindern im Alter von zwei bis sechs Jahren. Ein weiterer Schwerpunkt liegt in der Alltagsintegrierten Sprachbildung. Der Spielkreis wird dienstags und donnerstags von 10 bis 12 Uhr angeboten.

„Das Projekt „Fit für den Kindergarten“ für Kinder von drei bis sechs Jahren versteht sich als Lückenschluss zu einem Übergang in ein Regelangebot der Kinderbetreuung und findet donnerstags von 10 bis 12 Uhr in einer Kleingruppe statt“, berichtet Beate Kopmann, die Leiterin der AWO Familienbildung.

Förderziele seien beispielsweise die Erweiterung des Wortschatzes, die Förderung der Fein- und Grobmotorik, der Umgang mit Stiften, Klebstoff, Scheren und Papier, kleine Aufgabenstellungen verstehen und umsetzen, Verbesserung der Konzentrationsfähigkeit und auch das Üben des Sozialverhaltens in der Gruppe wie aussprechen lassen, zuhören oder Regeln einhalten.

„In einer Kleingruppe mit zwei bis vier Kindern kann ich sehr gut auf die Bedürfnisse der einzelnen Kinder eingehen und sie entsprechend gut fördern“, sagt AWO Mitarbeiterin Irina Wittler, die die Gruppe leitet. Das Angebot werde von den Kindern gerne angenommen.

„Wir freuen uns sehr, dass wir durch unsere Initiative und unsere Finanzierung des Projekts  ‚Fit für den Kindergarten‘ dazu beitragen konnten, die frühkindliche Förderung der Kinder in der Unterkunft auf breitere Füße zu stellen“, betont Udo Niedergerke.  „Es ist uns ein dringendes Anliegen, auch die Kleinsten hier auf diese Weise an das Bildungssystem heranführen zu können“, ergänzt Ricarda Niedergerke.

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