Gruppenfoto vor der AWO Welle: Ricarda und Udo Niedergerke mit einigen Teilnehmerinnen, AWO Mitarbeiterin Viktoria Podolskiy (4. von links) und (rechts daneben) Beate Kopmann, Leiterin der AWO Familienbildung.

Sicher und geschützt schwimmen lernen

Ricarda und Udo Niedergerke Stiftung finanziert Schwimmkurs für Frauen mit Migrationsgeschichte

Region Hannover/ Hannover-Linden. „Ich wollte unbedingt schwimmen lernen. Und jetzt kann ich sogar schon tauchen“, erzählt Arwa B.. Gemeinsam mit sieben anderen Frauen nimmt sie an einem Schwimmkurs für Frauen in der AWO Welle, dem Schwimmbad in der Stärkestraße in Linden, teil, den die Familienbildung der AWO Region Hannover speziell für Frauen mit Migrationsgeschichte anbietet. Die Teilnehmerinnen kommen aus Syrien und dem Irak. In dem von der Ricarda und Udo Niedergerke Stiftung finanzierten Kurs haben sie die Möglichkeit, sich an neun aufeinander folgenden Tagen unter Anleitung einer Schwimmlehrerin mit dem Element Wasser vertraut zu machen und im Idealfall schwimmen zu lernen. Für alle ist es das erste Mal, dass sie selbst an einem Schwimmkurs teilnehmen. „Meine Tochter macht beim Babyschwimmen mit und ich war die einzige Mutter, die nicht schwimmen konnte“, berichtet Tulane S.. Das sei ihr unangenehm gewesen. Eine Mitarbeiterin der AWO habe sie dann auf diesen Kurs aufmerksam gemacht.

„Die Frauen haben aufgrund ihres kulturellen Hintergrunds selten oder gar nicht die Möglichkeit, schwimmen zu gehen“, erklärt Beate Kopmann. Denn die Möglichkeiten für sie, Schwimmbäder in einem geschützten Raum und ohne die Anwesenheit von Männern zu nutzen, seien begrenzt, so die Leiterin der AWO Familienbildung. In der “AWO Welle” steht den Frauen für eine Stunde das gesamte Bad zur Verfügung. „Die ersten Tage ist es mir wirklich schwergefallen, ich hatte Angst, aber jetzt ist es gut und ich lerne richtig schwimmen“, freut sich Sirin F..

Die AWO Familienbildung ist mit unterschiedlichen Angeboten für Familien und Kinder in den Stadtteilen präsent. „Dadurch haben wir Kontakt zu vielen Frauen, die nicht schwimmen können“, erklärt Kopmann. Einige der Teilnehmerinnen besuchen zum Beispiel den Internationalen Elterntreff der AWO im Stadtteil Mühlenberg, den AWO Mitarbeiterin Viktoria Podolskiy koordiniert. Der Bedarf an Schwimmkursen für Frauen sei sehr hoch. „Wir haben mehr Anfragen als Plätze“, sagt Podolskiy.

Vor dem Hintergrund, dass in Deutschland jedes Jahr rund 500 Menschen ertrinken und die meisten von ihnen noch nie mit Wasser in Berührung gekommen sind, ist es uns besonders wichtig, dieses Projekt der AWO zu unterstützen, betonten Udo und Ricarda Niedergerke.

Text & Fotos: Gaby Kujawa/AWO

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