Stephanie Rind (links), Leiterin der AWO Kita Rosenbergstraße, übergibt einen der Schnelltests an Erzieherin Nuray Barut. Die beiden Kolleginnen arbeiten in getrennten Schichten.

Mitarbeitende der AWO Kitas testen sich selbst auf Corona

AWO Region Hannover kauft Schnelltests, um die Zeit bis zu einer politischen Entscheidung zu überbrücken

Region Hannover/ Hannover. Die Mitarbeitenden in den Kindertagesstätten der AWO Region Hannover testen sich in dieser Woche zum ersten Mal selbst auf Corona. „Es ist ein Modellprojekt – wir wollen unseren Mitarbeitenden eine höhere Sicherheit geben“, sagt Burkhard Teuber, Vorstandsvorsitzender der AWO Region Hannover. Rund 2000 Schnelltests hat die AWO eingekauft – so kann sich ein Großteil der rund 1140 Mitarbeitenden in den Kitas bis zu zwei Mal in der ersten Woche testen. Eine weitere Charge wird die AWO für die kommende Woche nachbestellen.

Die in den Plänen des Landes vorgesehene Möglichkeit, die Mitarbeitenden per Schnelltests testen zu lassen, bezeichnete Teuber als prinzipiell gut. Sie trage dazu bei, dass Mitarbeitende das Virus nicht in die Kitas tragen. Auch die Ausbreitung könne so früher erkannt und gestoppt werden. „Die Umsetzung kommt aber viel zu spät. Mit der Ankündigung von Bundesgesundheitsminister Spahn, dass alle Menschen in Deutschland kurzfristig kostenlos getestet werden können, gab es nochmals eine Verzögerung – und angekündigt ist noch lange nicht umgesetzt“, sagt Teuber und betont: „Die Mitarbeitenden in den Kitas halten seit vielen Wochen die Notfallbetreuung hoch und haben eine Lösung verdient. Daher machen wir jetzt diesen Zwischenschritt.“

Die Tests beruhen auf Freiwilligkeit. Getestet wird mit einem Wattestäbchen, das in die vordere Nase eingeführt wird. Die Sorge vor einer Corona-Infektion ist im Alltag der Kita-Mitarbeitenden ständig präsent – trotz der Betreuung von nur 50 Prozent der Kinder in den Notfallgruppen und, soweit möglich, dem Tragen von Masken. Richtig schützen können sich Erzieherinnen und Erzieher während der Arbeit mit Kindern nicht. Deshalb kommen die Selbsttests gut an in den AWO Kitas. „Ich freue mich, dass ich die Schnelltests an meine Kolleginnen und Kollegen verteilen darf“, sagt Stephanie Rind, Leiterin der AWO Kita Rosenbergstraße. Die Tests für Zuhause seien sehr sinnvoll – auch im Hinblick auf mögliche Öffnungsschritte für die Kitas. „Regelmäßiges Testen gibt uns allen ein Stück mehr Sicherheit.“ Gerade auch für Mitarbeitende, die mit Personen in einem Haushalt leben, die zur Risikogruppe gehören, seien diese Tests eine Erleichterung. „Sie leben ständig mit der Angst, andere anzustecken – diese Ängste können wir mit den Selbsttests minimieren“, so Rind.

Nuray Barut arbeitet als Erzieherin in der Kita Rosenbergstraße und freut sich über die Testmöglichkeit. „Es ist sehr gut, dass wir uns testen können – es gibt mir mehr Sicherheit“, sagt auch sie. „Meine Kolleginnen und Kollegen sind total zufrieden“, berichtet Wiebke Sturm, Leiterin der AWO Krippe Höltystraße. Alle Mitarbeitenden der Einrichtung hätten sich sehr über die Tests gefreut und sich gleich am ersten Tag damit selbst getestet. „Ein tolles Ergebnis, denn schließlich sind die Tests freiwillig“, betont Sturm. Alle seien auch gut mit der Handhabung zurechtgekommen. „Jetzt hoffen wir natürlich, dass wir uns weiterhin testen können.“

Text & Foto: Christian Degener/AWO

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