Vor dem Eingang der Interkulturellen Begegnungs- und Beratungsstätte. Nach und nach holen sich die Besucherinnen und Besucher das Essen ab.

Interkulturelle Begegnungsstätte bietet den Mittagstisch für Senioren „to go“ an

Hannover/ Nordstadt. „Hallo, wie geht es dir?“ „Was gibt es heute zu essen?“ „Ist es noch nicht so weit?“ Freitagmittag kurz vor halb eins. Die Schlange vor dem Eingang der Interkulturellen AWO Begegnungs- und Beratungsstätte für Senioren in der Nordstadt wird langsam größer. Rund 15 ältere Menschen sind mit Töpfen und Schüsseln gekommen, begrüßen sich und warten, dass die Tür aufgeht. „Heute gibt es Frikadellen mit Gemüse und Salat“, begrüßt AWO Mitarbeiterin Fatma Taspunar die Wartenden und schiebt einen Rollwagen mit Töpfen vor die Tür. Nach und nach kommen die Besucherinnen und Besucher nach vorne und holen sich das Essen ab. „Schade, dass wir nicht zusammensitzen können, aber schön, dass es dieses Angebot noch gibt“, freut sich eine Besucherin.

Seit acht Jahren bietet die Interkulturelle Begegnungs- und Beratungsstätte für Senioren der AWO Region Hannover im Horst-Fitjer-Weg einen Mittagstisch an. Jeden Freitag kochen ehrenamtliche Köchinnen ein leckeres Mittagsgericht. „Vor Corona haben wir freitags die Begegnungsstätte in ein Restaurant verwandelt“, sagt Taspunar, die das Angebot organisiert und koordiniert. „Die Gäste nahmen an gedeckten Tischen Platz und wurden am Tisch bedient.“ So kamen jede Woche 20 bis 25 Besucher zum Essen in die Begegnungsstätte.

Durch Corona konnte das beliebte Angebot in dieser Form leider nicht aufrechterhalten werden, erzählt Taspunar. Im Oktober sei es noch möglich gewesen, die Gäste in je zwei Gruppen unter Hygienerichtlinien willkommen zu heißen, seit November sei dies aber aufgrund der Kontaktbeschränkungen nicht mehr erlaubt. „Also haben wir umdisponiert und bieten nun unser Essen zum Mitnehmen an der Tür an.“

Auch das Kochteam musste aufgrund der Abstandsregeln verkleinert werden. Anstatt drei sind jetzt nur noch zwei Ehrenamtliche dabei. Trotz des kleinen Teams und der vermehrten Arbeit seien die Köchinnen weiterhin mit Spaß und Elan dabei. „Ohne sie, könnte dieses Angebot auch nicht aufrechterhalten werden, wie Taspunar betont.

Seit Kurzem ist die Begegnungsstätte Teil des Netzwerkes food sharing in der Nordstadt und erhält einmal in der Woche aussortierte und unverkäufliche Lebensmittel, die von den Supermärkten sonst entsorgt würden. „Seitdem planen wir nicht mehr Monate vorher, was an dem Tag gekocht werden soll, sondern entscheiden spontan – je nachdem welche Lebensmittel bis Mittwoch zur Verfügung stehen“, sagt Taspunar. „So können wir auch unseren kleinen Beitrag zur Vermeidung von Lebensmittelverschwendung leisten.“

Die Bürgerstiftung Hannover fördert mit Mitteln aus dem Helmut und Berti Hohlweg Stifterfonds den Interkulturellen Mittagstisch. Die Begegnungsstätte selbst wird durch die Stadt Hannover und durch Eigenmittel der AWO finanziert.

Text & Foto: AWO/Gaby Kujawa

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