Erst anfassen, dann einpflanzen: Kinder legen Gemüsebeet an

AWO Kita Sylter Weg: „GemüseAckerdemie“ ging in die zweite Runde

Aufmerksame Runde: Mini Kessler, Mitarbeiterin des Projekts, erklärte den Kindern die einzelnen Gemüsesorten.

Erst vorsichtig anfassen, dann einpflanzen.

Hannover/List. Pflanzen zum Anfassen lautete gestern das Motto in der AWO Kita Sylter Weg: Jan-Philipp Jansen, Agrar-Ökologe und Mitarbeiter des Bildungsprogramms „GemüseAckerdemie“, und drei seiner Kollegen bepflanzten mit den Kindern mehrere Beete auf dem Außengelände der Einrichtung. Mit dieser Pflanzaktion ist das Bildungsprogramm in die zweite Runde gegangen; die Vorbereitungsarbeiten – das Umgraben und Anlegen der Beet – hatten die Eltern und Kinder bereits vor drei Wochen gemeinsam erledigt.

„Welche Pflanze ist das?“, will Mini Kessler, Mitarbeiterin des Projekts, von den Kindern wissen. Das sei eine Mango, lautet die Antwort einer Zuhörerin. „Fast richtig – das ist Mangold“, erklärt Kessler. Die Kinder sitzen im Kreis, in der Mitte stehen die Pflanzen, die sie gleich gemeinsam unter die Erde bringen wollen. Jansen und Kessler erklären die einzelnen Sorten, dann dürfen die Kinder die Pflanzen vorsichtig anfassen. Anschließend geht es los: Mit kleinen Schaufeln werden kleine Löcher gegraben, die Pflanzen eingesetzt und die Löcher mit Erde aufgefüllt. „Jetzt müssen wir die Pflanzen noch Gießen, damit sie gut wachsen können“, sagt Jansen.

“Das macht echt Spaß“, sagt Mertin Ulferts, der den AWO-Hort besucht. „Es ist eine gute Beschäftigung und wir erfahren ganz viel über Pflanzen.“ Ganz neu sei der Anbau von Obst und Gemüse aber nicht für ihn. „Meine Eltern pflanzen viel in unserem Schrebergarten an.“ Auch Askin Konak, die ebenfalls den Hort besucht, freute sich über den neuen Gemüsegarten der AWO-Kita. „Ich lerne gern etwas über die Natur und freue mich darauf, das Angebaute zu ernten und zu essen.“

Rund 15 Gemüsearten bauen die Kinder an diesem Tag auf ihrem Acker an. Die Pflege der Ackerfläche übernehmen sie unter Anleitung der Erzieherinnen und Erzieher. Die Aufgaben reichen von Gießen und Unkraut jäten über Käfer und Schnecken sammeln bis hin zur Ernte. Damit die Erziehenden wissen, welche Aufgaben zu erledigen sind, erhalten sie einen wöchentlichen Newsletter – AckerInfos – per E-Mail. Außerdem hat die Kita speziell konzipierte Bildungsmaterialien erhalten, zum Beispiel interaktive Geschichten mit Gemüsecharakteren wie RudiRadieschen, die die Mitarbeitenden den Kindern vorlesen können.

„Die GemüseAckerdemie ist ein hervorragendes Projekt“, sagt Ulrike Lehmann, Leiterin der AWO Kita. Gerade in Städten sei es heutzutage nicht mehr selbstverständlich, dass die Kinder wüssten, woher das Gemüse eigentlich kommt. „Die Kinder sollen früh lernen, dass Obst und Gemüse nicht im Supermarkt wachsen und der Anbau viel Arbeit und Energie verbraucht.“

Zum Hintergrund:
Die GemüseAckerdemie ist ein Bildungsprogramm des gemeinnützigen Vereins Ackerdemia und betreut mittlerweile rund 240 Schulen und Kitas in ganz Deutschland. Unternehmen, Organisationen und Einzelspender teilfinanzieren die einzelnen Projekte – unter ihnen bundesweite Förderer wie die AOK, aber auch lokale Partner.

 

 

 

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