Die Netzwerkpartnerinnen und -partner (von links): Gabriele Noack (Koordinatorin AWO Familienzentrum), Stadtteilmutter Naime Mustafa, Schulsozialarbeiterin Taleja Lichtenberg, Stadtteilvater Saad Hamid Alkheder, Peter Meisel, (Leiter AWO Familienzentrum), Katrin Gutowski (GKS Inclusiv), Schulsozialarbeiterin Evelin Vocht, Tanja Jenisch und Bo Siebert (Koordination Ganztagsbetrieb), Schulleiterin Anke Berndt.

Ein Kompetenzzentrum für Kinder und Familien

AWO Familienzentrum Petermannstraße und Gebrüder-Körting-Schule bauen Netzwerk im Quartier Körtingsdorf aus

Region Hannover/Hannover-Badenstedt. Die Mitarbeitenden des Familienzentrums Petermannstraße der AWO Region Hannover und der angrenzenden Gebrüder-Körting Grundschule erleben eine veränderte Situation. Aufgrund des Neubaus der Kita und den damit verbundenen Bauarbeiten sind eine Kindergartengruppe und der Hort in der Schule untergebracht, einige Container stehen auf dem Schulgelände und die AWO ist seit dem Sommer der neue Kooperationspartner für den Ganztag.

„Wir sind noch näher zusammengerückt“, sagt Einrichtungsleiter Peter Meisel. Diese Chance nutzen wir und bauen unsere Netzwerkarbeit weiter aus. Ziel von Meisel und Schulleiterin Anke Berndt ist es, im Stadtbezirk ein Kompetenzzentrum zu schaffen. Alle Beteiligten – das AWO Familienzentrum, die Schule mit den Bereichen Schulsozialarbeit, dem Verein Inklusiv und dem Ganztag sowie der angrenzende Sportverein wollen ein tragfähiges Netzwerk für die Kinder und Familien im Stadtbezirk bilden. Mit dabei sind auch die beiden Stadtteileltern, die mit ihrer besonderen Nähe zu den Familien Impulse einbringen.

Alle Netzwerkpartner treffen sich regelmäßig zum gemeinsamen Austausch. „Wir wollen gemeinsame Visionen entwickeln und umsetzen“, wie Meisel betont. Dabei solle das Fachwissen der multiprofessionellen Teams, bestehend aus Erzieherinnen, Sozialassistenten, Heilpädagoginnen, Sonderpädagogen und Sozialpädagoginnen zusammengefügt werden. „Früher haben wir eher nebeneinander her gearbeitet oder uns sogar abgegrenzt, jetzt bündeln wir unsere Aktivitäten am Standort“, erklärt Berndt. So gebe es jetzt beispielsweise ein Elterncafé und nicht mehr zwei. Alle Beteiligten kommunizierten untereinander und seien gut informiert.

Das Quartier Körtingsdorf im Stadtteil Badenstedt zeichnet sich durch eine hohe Wohndichte und kleine Wohnungen aus. Die beengten Wohnverhältnisse prägen das Quartiersleben und führen zu Problemen: Im Quartier leben Menschen aus vielen unterschiedlichen Nationalitäten zusammen. Es gibt viele Alleinerziehende. Ein Großteil der Familien ist von Armut bedroht. „Die Kinder aus dem Quartier besuchen das AWO Familienzentrum und wechseln dann direkt in die Gebrüder-Körting-Grundschule“, wie Berndt berichtet. Es seien viele im Ganztag angemeldet und verbringen einen großen Teil ihres Lebens in der Schule. Ihnen bestmögliche Bedingungen für Lernen und Weiterentwicklung zu schaffen, sei gemeinsames Ziel.

Grundlagen der pädagogischen Arbeit sollen der Early-Excellence-Ansatz (EEA) sowie die offene Arbeit bilden – Konzepte, die davon ausgehen, dass jedes Kind ganz besondere Potenziale hat und einzigartig ist. Dieser Ansatz ist im Familienzentrum und im Ganztagskonzept der AWO fest verankert und soll nach Wunsch der Schulleiterin auch in die Schule hineinwachsen, um den ressourcenorientierten Blick auf das Kind zu intensivieren. Bereits seit 2017 wurde mit Unterstützung der Leibniz Universität an einem interessen-basierten Übergang von der Kita in die Schule im Kontext EEA gearbeitet. Es gehe darum, die Lernfreude zu erhalten – eine Brücke zur Schule zu schaffen, und die Eltern mit ins Boot zu holen. „Dabei müssen die Eltern als Expertinnen und Experten ihrer Kinder wahrgenommen werden“, erklärt Meisel. Das sei ein wichtiger Aspekt der Arbeit im Familienzentrum.

Alle Beteiligten sehen in dem Ausbau des Netzwerkes nur Vorteile. „Durch die enge Zusammenarbeit mit dem AWO Familienzentrum bekommen wir schon vor Schuleintritt mit, welche Kinder später Unterstützung benötigen“, sagt Katrin Gutowski vom Verein GKS Inklusiv, der die Schulbegleitung am Vormittag organisiert. Auch der Austausch mit dem Team Ganztag ermögliche einen schnellen Informationsfluss darüber, was am Vormittag in der Schule gelaufen ist und für die Betreuung des Kindes am Nachmittag wichtig ist. Langfristig wünscht sich Gutowski, dass die Schulassistenz, die am Vormittag ein Kind begleitet, auch nachmittags im Ganztag, den die AWO gestaltet, als Gruppenleitung eingesetzt werden kann. Es gehe darum, die Beziehungskonstanz für die Kinder sicherzustellen.

Bo Siebert und Tanja Jenisch, Koordinator und Koordinatorin der AWO Ganztagsbetreuung, schätzen besonders, dass alle Kooperationspartnerinnen nach einem gemeinsamen Wertesystem handeln. Die Kinder und Eltern spürten diese Nähe und Zusammenarbeit, sagt Siebert. „Wir schaffen gemeinsam vielfältige Begegnungen mit einem positiven Blick“, unterstreichen auch die beiden Schulsozialarbeiterinnen. So gebe es beispielsweise mit dem gemeinsamen Elterncafé, das zweimal pro Woche morgens vor der Schule stattfindet, einen Treffpunkt für die Eltern, an dem sie kurz einen Kaffee trinken und gleichzeitig ihre Fragen klären können, weil die für sie wichtigen Ansprechpartner vor Ort sind. Das schaffe Transparenz und Nähe.

Als eine Brücke zwischen Familienzentrum, Schule und den Eltern sehen sich Stadtteilmutter Naime Mustafa und Stadtteilvater Saad Hamid Alkheder. Die Eltern trauten sich manchmal nicht, sich mit Fragen oder Problemen, direkt an die Schule oder das Familienzentrum zu wenden, sagt Alkheder. „Gerade bei sprachlichen Barrieren sprechen sie lieber uns an.“ So hätten viele Eltern zum Beispiel Fragen zum Schulsystem“, wie Mustafa berichtet. Dass die Kinder hier von der ersten bis zur vierten Klasse in einer Lerngruppe gemeinsam lernen, würden sie aus ihren Heimatländern nicht kennen und seien erst einmal skeptisch. „Wenn wir ihnen auf Albanisch oder Arabisch erklären, wie das System funktioniert, verstehen sie es besser und fassen auch schneller Vertrauen“, betont die Stadtteilmutter.

„Über die Stadtteileltern bekommen wir noch einmal deutlicher mit, was die Eltern bewegt“, sagt Berndt. „Das nehmen wir auf und versuchen sie mit gezielten Informationen und Aufklärungsarbeit, zum Beispiel über die Arbeit des Kommunalen Sozialdienstes, besser zu erreichen.“ Wenn Eltern verstehen, wie Institutionen arbeiten und unterstützen, würden ihnen damit auch die Bedenken genommen, wenn sie damit zu tun haben, ergänzt Meisel. Es werde an jeder kleinen Stellschraube gedreht, um das Netzwerk für die Kinder und Familien zu verbessern.

„Familie hört nicht auf, Familie zu sein, wenn das Kind in die Schule geht“, betont Gabriele Noack, die Koordinatorin des AWO Familienzentrums. Früher habe es da einen ganz starken Bruch gegeben. Das breit gefächerte Angebot im Familienzentrum mit den unterschiedlichen Gruppen, Kursen und Veranstaltungen sei auf die Bedürfnisse der Familien ausgerichtet. „Wir holen die Kinder und Eltern hier schon sehr früh ab und begleiten den Übergang bis in die Schulzeit hinein.“

Das Netzwerk werde immer weiter ausgebaut und schaffe viele neue Begegnungen für die Menschen im Quartier, wie Peter Meisel und Anke Berndt betonen. Auch der angrenzende Sportverein werde noch mit ins Boot geholt. „Wir arbeiten alle Hand in Hand zusammen.“

Text & Foto: Gaby Kujawa/AWO

 

Die Netzwerkpartnerinnen und -partner (von links): Gabriele Noack (Koordinatorin AWO Familienzentrum), Stadtteilmutter Naime Mustafa, Schulsozialarbeiterin Taleja Lichtenberg, Stadtteilvater Saad Hamid Alkheder, Peter Meisel, (Leiter AWO Familienzentrum), Katrin Gutowski (GKS Inclusiv), Schulsozialarbeiterin Evelin Vocht, Tanja Jenisch und Bo Siebert (Koordination Ganztagsbetrieb), Schulleiterin Anke Berndt.

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