12 Frauen aus sechs Ländern nehmen an dem dreimonatigen Projekt teil, das von der Stiftung von Ricarda (4.v.l.) und Udo (links) Niedergerke gefördert wird.

„Die Arbeit gefällt mir sehr“

12 geflüchtete Frauen nehmen an einem AWO Projekt zur beruflichen Orientierung mit dem Schwerpunkt Nähen teil

Hannover-Linden. Für Anezoo Nazari ist Nähen ein Hobby, das sie jetzt richtig lernen möchte; für Maka Kwinikadze steht bereits jetzt fest: Sie möchte eine Ausbildung zur Schneiderin machen. Die beiden Frauen nehmen gemeinsam mit zehn weiteren geflüchteten Frauen aus Lehrte an einem Projekt zur beruflichen Orientierung mit dem Schwerpunkt Nähen der AWO Region Hannover im Ahrbergviertel in Hannover teil. Das Besondere an dem von der Ricarda und Udo Niedergerke Stiftung geförderten Projekt: Die Kinder der Frauen werden während der Zeit vor Ort betreut.

Praxis, Sprache und Theorie  – das alles miteinander zu verbinden, ist Ziel des Projektes. „Um eine Ausbildung zur Näherin machen zu können, sind gute Sprachkenntnisse erforderlich“, sagte Claudia Grewe, Lehrerin in der Erwachsenenbildung, die im Rahmen des Projektes für den Deutschunterricht verantwortlich ist. Das bestätigte auch Udo Niedergerke. „Drei Dinge werden für eine erfolgreiche Integration benötigt“, sagte der Mediziner und zählte sie auf: „Sprache, Sprache, Sprache!“ Aus diesem Grund erhalten die Teilnehmerinnen des dreimonatigen Projektes zwölf Einheiten Sprachunterricht in den Räumen der AWO in Lehrte; an weiteren zwölf Terminen erhalten sie Praxisunterricht in der Nähwerkstatt „Nadelöhr“ der AWO im Ahrbergviertel. Ricarda Niedergerke freute sich darüber, dass die Frauen eine Chance haben, über solche Integrationsprojekte eigene berufliche Möglichkeiten in Deutschland zu bekommen.

„Viele der Teilnehmerinnen bringen aus ihren Herkunftsländern praktisches Knowhow mit“, sagte AWO Fachbereichsleiterin Gabriele Schuppe. Die zwölf Frauen kommen aus sechs verschiedenen Ländern. Anezoo Nazari ist eine gebürtige Afghanin, die erst in den Iran und dann nach Deutschland flüchtete. Ihre Deutschkenntnisse sind nach nur drei Jahren sehr gut. „Nähen war im Iran mein Hobby, jetzt möchte ich es richtig lernen“, sagte die 24-Jährige. Auch wenn ihr das Nähen sehr viel Spaß mache, sei ihr Berufswunsch ein anderer. „Ich möchte mich weiterbilden und in einer Bank oder in einem Büro arbeiten“, sagte Nazari. Für ihre Kollegin Maka Kwinikadze aus Georgien steht dagegen bereits jetzt fest: Sie möchte eine Ausbildung zur Schneiderin machen. „Das ist ein interessanter Beruf und die Arbeit gefällt mir sehr“, sagte sie. „Ihnen stehen viele Wege offen, sie könnten Änderungs-, Maß- oder Kostümschneiderin werden“, erklärte Schuppe.

Die Idee für dieses Projekt zur beruflichen Orientierung, das von den AWO Mitarbeiterinnen Carina Görzen und Valeriya Ivanov geleitet wird, kam von den Frauen selbst. Sie äußerten ihren Wunsch im Rahmen eines von der AWO initiierten Kunstprojektes, an dem sie teilnahmen. „Das Interesse der Frauen an dieser beruflichen Orientierung ist so hoch, niemand will einen der Termine verpassen“, freute sich Schuppe. „Wir haben schon einige Projekte der AWO unterstützt, und da sind alle Teilnehmer ebenfalls von Anfang bis Ende dabeigeblieben“, ergänzte Niedergerke, dessen Stiftung das Projekt mit 5500 Euro fördert. Die bei dem Projekt verwendeten Stoffe hat das Unternehmen Ikea zur Verfügung gestellt.

Wer den Teilnehmerinnen des Nähprojektes einen Praktikums- oder gar Ausbildungsplatz anbieten möchte, kann sich an Projektleiterin Carina Görzen wenden – Telefon: 05132-8307825.

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