„Ich fühle mich immer noch schlapp“: Markus Stünkel, Leiter der AWO Kita Voltmerstraße, war an Covid-19 erkrankt.

„Das war ein Schock“

Leiter und neun Mitarbeitende der AWO Kita-Voltmerstraße in Hainholz infizierten sich mit Corona - Einrichtung musste fast drei Wochen schließen

Region Hannover/ Hannover. „Das war ein Schock“, sagt Markus Stünkel, Leiter der Kita Voltmerstraße im Stadtteil Hainholz, über den Moment, in dem er von seinem Hausarzt telefonisch erfuhr, dass er sich mit Corona infiziert hat. Das war am 14. Januar – zwei Tage zuvor war bereits eine Mitarbeiterin der Kita positiv auf das neuartige Virus getestet worden. „Wir haben die Kinder sofort abholen lassen, was im Nachhinein betrachtet eine gute Entscheidung war“, sagt Stünkel. Nach am selben Tag vermeldeten zwei weitere Mitarbeitende ein positives Testergebnis. Am nächsten Tag bemerkte Stünkel dann Symptome bei sich selbst: „Meine Nebenhöhlen waren geschwollen und ich hatte Kopfschmerzen.“ Nach einer kurzen Lagebesprechung steht der Entschluss fest: Alle Mitarbeitenden werden nach Hause geschickt, die Kita vorerst geschlossen und das Gesundheitsamt informiert. Heute, drei Wochen später, durfte Stünkel die angeordnete Quarantäne beenden und in seine Kita zurückkehren. Seine Kolleginnen und Kollegen, von denen neun weitere erkrankt waren, sind ebenfalls wieder im Einsatz. „Ich bin froh, dass wir unsere Corona-Erkrankungen überstanden haben. Zum Glück musste niemand ins Krankenhaus“, sagt Stünkel. Seine eigene Infektion sei vergleichbar mit einer heftigen Erkältung gewesen – inzwischen gehe es ihm wieder besser, auch wenn er sich noch schlapp fühle. Die häusliche Quarantäne habe er als sehr belastend empfunden, „So eine Einschränkung hatte ich noch nie in meinem Leben.“

Eine Verschnaufpause können sich der Kita-Leiter und seine Kolleginnen und Kollegen nicht gönnen, denn jetzt gilt es für sie das nachzuholen, was die anderen Kitas bereits seit mehr als zwei Wochen praktizieren: die Notbetreuung zu organisieren, denn heute sind auch die Kinder zurückgekehrt. Für die Kita Voltmerstraße war es nicht die erste Corona-bedingte Schließung. Bereits im Oktober musste Stünkel seine Einrichtung für ein paar Tage dicht machen. Damals war eine Familie positiv auf Covid-19 getestet worden. „Wir haben uns immer an die Hygieneregeln gehalten“, sagt Stünkel. Dazu gehören: feste Gruppen in festen Räumen, getrennte Spielbereiche draußen, Zugangsbeschränkungen, regelmäßiges Lüften, CO2-Messungen, regelmäßiges Reinigen und Desinfizieren von Flächen und Spielzeug und Händewaschen. „Was wir in einer Kita natürlich nicht leisten können, ist Abstand zwischen Kindern und Fachkräften zu halten – wir haben engen Kontakt zu den Kindern“, betont Stünkel. Auch das Tragen von Mund-Nase-Masken sei bei der Arbeit mit Kindern nicht sinnvoll, wodurch sie seine Mitarbeitenden immer unsicher gefühlt hätten. „Überall werden Kontakte eingeschränkt, während wir in der Kita täglich mit etwa 100 unterschiedlichen Haushalten zu tun haben“, sagt Stünkel.

Von den 55 Kitas der AWO Region Hannover waren schon 40 von Corona-Fällen betroffen, viele davon mussten teilweise oder ganz schließen – neben der AWO Kita Voltmerstraße zum Beispiel die Kita Gottfried-Keller-Straße in der List. Nach wie vor bestehe ein hohes Ansteckungsrisiko, sagt AWO Vorstandsvorsitzender Burkhard Teuber. Die Erzieherinnen und Erzieher seien auch ohne Corona einem erhöhten Krankheitsrisiko ausgesetzt, die Angst vieler Mitarbeitenden, sich mit dem neuartigen Virus anzustecken, könne er gut nachvollziehen. „Als AWO stehen wir hinter unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und ich bedanke mich, dass sie durch ihren Einsatz den Betrieb aufrechterhalten“, betont Teuber. Gleichzeitig forderte er die Politik zum Handeln auf. Im Gegensatz zu den Schulen hätten die Kitas keine Schutzausrüstung bekommen. „Als Träger müssen wir die Masken selbst kaufen“, so Teuber. Auch bei der Impfung müssten die Kita-Mitarbeitenden eine höhere Priorität bekommen. „Und es wäre sinnvoll, wenn wir die Mitarbeitenden regelmäßig testen könnten –wie in den Pflegeheimen“, ergänzt Stünkel.

Auch wenn der Leiter und neun seiner Kolleginnen und Kollegen ihre Corona-Erkrankung überstanden haben und die Kita wieder öffnen kann, ist längst nicht Entwarnung angesagt. Mitarbeitende, Eltern und Kinder könnten sich auch weiterhin jederzeit infizieren und eine weitere Schließung der Kita nötig machen. „Unsere Fachkräfte arbeiten am Limit. Ich hoffe einfach, es erwischt uns kein drittes Mal“, sagt Stünkel.

Text & Foto: Christian Degener/AWO

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