Ahmed Khalil und Ali Reza Rezai, zwei Väter aus Lehrte, nehmen an dem Projekt teil, das von der AWO Honorarkraft Daoud Ido Khalaf mit betreut wird.

„Vater sein“

AWO Projekt in Lehrte unterstützt Väter mit Migrationshintergrund

Hannover/Lehrte. Ahmed Khalil kommt aus dem Sudan, Ali Reza Rezai aus Afghanistan – beide sind aus ihren Heimatländern nach Deutschland geflohen und leben jetzt in Lehrte. Doch es ist nicht allein ihre Migrationsgeschichte, die sie verbindet – Khalil und Rezai sind Väter, die einen aktiven Part in ihrer Familie spielen, sich gut um ihre Kinder kümmern wollen und am Projekt „Vater sein“ der AWO Migrationsberatung in Lehrte teilnehmen.

Es ist Montagnachmittag, die beiden Männer sowie vier weitere Väter mit Fluchtgeschichte sitzen an einem großen Tisch in den AWO Räumen in der Großen Moorstraße. Honorarkraft Daoud Ido Khalaf begrüßt die Teilnehmer und holt ein Spiel hervor. „Das ist ein gutes Spiel, das Ihr mit euren Kindern Zuhause spielen könnt“, sagt er. In den nächsten 15 Minuten wird er ihnen erklären, wie das Spiel funktioniert und es zur Probe mit ihnen spielen. Anschließend steht Basteln auf der Tagesordnung. Ido Khalaf hat Papierbögen auf dem Tisch verteilt und die Männer fangen an, kleine Papierflieger und Figuren zu fertigen – auch das eignet sich gut zur Beschäftigung mit ihren Kindern Zuhause. „Mir liegt das Projekt sehr am Herzen“, Ido Khalaf, der selbst ein Geflüchteter ist. Er kam 2015 aus dem Irak nach Deutschland, lernte schnell Deutsch und absolvierte eine Ausbildung zum sozialpädagogischen Assistenten. Jetzt arbeitet er in einer Kita und möchte nebenbei Vätern mit Migrationshintergrund helfen, die ein wenig Unterstützung brauchen. Zum einen, weil sie noch nicht so gut Deutsch sprechen, zum anderen, weil sie noch nicht lange in Deutschland leben und vieles für sie neu ist. „Ich weiß, wie schwer es manches Mal sein kann, mehrere Kinder zu haben und Familie und Berufsleben unter einen Hut zu bringen“, sagt Ido Khalaf. Er habe selbst mehrere Geschwister und erlebt, dass man als Elternteil auch mal überfordert sein kann – vor allem in einem Land, in dem noch vieles neu für sie ist.

Im zweiten Teil der Treffen geht es um genau das: Ido Khalaf spricht mit den Teilnehmern über ihre Rolle als Väter und ihre Fragen zu allen Themen rund um ihre Kinder. Was wird von mir bei einer Kita-Veranstaltung erwartet, welche Angebote bieten die örtlichen Sportvereine und was genau steht in dem Schreiben, das die Kita gestern an alle Eltern versendet hat? „Manches Mal geht es auch um kulturellen Nachhilfeunterricht – zum Beispiel, wenn es darum geht, Fasching zu erklären“, berichtet Ido Khalaf.

„Unser Projekt beschäftigt sich mit den sachlichen und auch emotionalen Fragen des Elternseins“, sagt AWO Migrationsberaterin Venera Peters, die das Angebot mit ihrem Kollegen Kemal Dinc betreut. Und es gehe auch darum, tradierte Geschlechterrollen aufzubrechen. „Mann geht arbeiten und Frau kümmert sich um Haushalt und Kinder – dieser überholten Rollenverteilung soll das Projekt auch entgegenwirken. Es soll Männer bestärken, ihre Väterrolle auszufüllen“, so Peters. Das Angebot der AWO richtet sich an Väter mit Migrationshintergrund ab 27 Jahren – in Kürze ist die erste Projektrunde abgeschlossen. „Wir hoffen auf eine Fortsetzung des Projekts im nächsten Jahr“, betont Peters.

Text & Foto: Christian Degener/AWO

Ahmed Khalil und Ali Reza Rezai, zwei Väter aus Lehrte, nehmen an dem Projekt teil, das von der AWO Honorarkraft Daoud Ido Khalaf mit betreut wird.

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