Hissten eine Fahne mit der Aufschrift "Nein zu Gewalt gegen Frauen" (von links): Ratsfrau Helga Laube-Hoffmann, AWO Frauenberaterin Brigitte Mende, Lehrtes Bürgermeister Frank Prüße, Gleichstellungsbeauftragte Dr. Freya Markowis und Ratsfrau Bärbel Ahlers.

„Nein zu Gewalt gegen Frauen“

Lehrte: Eine Fahne vor dem Rathaus / Bürgermeister, Gleichstellungsbeauftragte und AWO Frauenberaterin setzen ein Zeichen gegen häusliche Gewalt

Region Hannover/ Lehrte. „Wir sagen Nein zu Gewalt gegen die Frauen“ – so die Aufschrift der Fahne, vor der sich heute Bürgermeister Frank Prüße, Gleichstellungsbeauftragte Dr. Freya Markowis und Brigitte Mende von der AWO Frauenberatungsstelle anlässlich des Internationalen Tages gegen Gewalt an Frauen auf dem Rathausvorplatz in Lehrte versammelt hatten. Die Fahne hängt seit einer Woche vor dem Rathaus und wird noch weitere Tage auf dieses Thema hinweisen.
“Deutschlandweit sind im Jahr 2019 überwiegend Frauen von Partnerschaftsgewalt betroffen gewesen“, berichtete Markowis. Mehr als 80 Prozent der Opfer sind weiblich, weniger als 20 Prozent männlich. In Lehrte sei die Zahl der Anzeigen wegen häuslicher Gewalt in einigen Monaten dieses Jahres ungewöhnlich niedrig gewesen. Die Gleichstellungsbeauftragte geht davon aus, dass nicht die tatsächliche Fallzahl gesunken ist, sondern lediglich die Bereitschaft oder Möglichkeit, sich Hilfe zu holen, kleiner als sonst war. „Häusliche Gewalt geht alle an und muss endlich aus der Tabuzone raus“, stellte Prüße klar.

„Gerade in Zeiten von Corona und häuslicher Isolation wollen wir zeigen, dass Hilfe möglich ist“, erklärte Mende. Die Frauenberatung stehe allen Frauen zur Seite, die Unterstützung brauchen. Bereits in normalen Zeiten sei es für Frauen – gerade, wenn Kinder da sind – ein Kraftakt, sich aus dieser Situation zu befreien, so Mende. Das Risiko von Gewalt steige laut Untersuchungen bei Heimquarantäne, wirtschaftlich schwierigen Situationen und wenn jüngere Kinder im Haushalt leben, deutlich an. Wegen der Pandemie sei eine schnelle Lösung, indem Frauen kurzfristig Unterschlupf bei Eltern/Verwandten oder Freundinnen finden, oftmals nicht möglich.
Im Ostkreis hätten nach dem ersten Lockdown mehr Frauen als sonst die AWO Frauenberatungsstelle wegen häuslicher Gewalt aufgesucht, berichtete Mende weiter. Die Frauenberatungsstelle war von Anfang an per Telefon und auch persönlich für die Frauen erreichbar. „Wir haben verstärkt auf Öffentlichkeitsarbeit gesetzt, auf Wunsch der Frauen telefonische Beratung durchgeführt und extra Telefonsprechstunden angeboten. Persönliche Beratungen waren und sind täglich möglich.“ Es sei davon auszugehen, dass die Dunkelziffer bei Häuslicher Gewalt hoch bleibt. „Deshalb ist es wichtig, Frauen zeitnah, parteilich und kostenfrei zu beraten“, erklärte Mende.

Kontakt: AWO Frauenberatungsstelle, Goethestraße 8, 31275 Lehrte, Tel. 05132 823434, frauenberatung@awo-hannover.de

Foto: Christian Degener, Text: Gaby Kujawa

Hissten eine Fahne mit der Aufschrift "Nein zu Gewalt gegen Frauen" (von links): Ratsfrau Helga Laube-Hoffmann, AWO Frauenberaterin Brigitte Mende, Lehrtes Bürgermeister Frank Prüße, Gleichstellungsbeauftragte Dr. Freya Markowis und Ratsfrau Bärbel Ahlers.

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