Es entstehen ganz besondere Beziehungen zwischen den Kindern und den Bewohnerinnen und Bewohnern im Seniorenheim.

„Ich habe dich vermisst“

Kooperationsprojekt zwischen AWO Familienzentrum und Seniorenheim bringt Alt und Jung zusammen

Hannover/Kleefeld. Seit April 2019 besteht zwischen dem Familienzentrum Schwerinerstraße der AWO Region Hannover und dem Kleefelder Seniorenheim Berckhusenstraße ein Kooperationsprojekt, in dem die Begegnung zwischen Alt und Jung im Mittelpunkt steht: Alle 14 Tage besuchen neun Kinder im Alter von drei bis sechs Jahren die Bewohnerinnen und Bewohner des Seniorenheims.

Die Mitarbeiterinnen des AWO Familienzentrum Michaela Pauls, Sabine Ridder und Simone Evers haben dieses Projekt gemeinsam mit der Leitung des Sozialen Dienstes Ines Olei geplant und begleiten die Kinder bei den Besuchen in das Pflegeheim. „Durch die regelmäßigen Begegnungen, bei denen gemeinsam gesungen, getanzt, gespielt und gebastelt wird, entsteht eine liebevolle, freundliche Beziehung zwischen den Kindern und den Bewohnern“, freut sich Pauls. „Der Spaß und die Freude an der Interaktion, den die Kinder ausstrahlen, spiegelt sich auch bei den Senioren und Seniorinnen wider.“ Sie seien ebenfalls voller Freude, hätten Spaß und warteten schon gespannt auf die nächste Begegnung mit den Kindern.

Wie Ridder berichtet, entwickelten sich durch das Projekt manchmal ganz besondere Beziehungen zwischen den Kindern und den älteren Menschen. So habe der fünfjährige Jannis einen Bewohner so schnell in sein Herz geschlossen, dass es ihm ein wichtiges Anliegen war, ihn in seiner Freizeit im Altersheim zu besuchen. „Er hat seine Eltern so lange gedrängt, bis sie ihn gemeinsam am Wochenende besucht haben“, sagt Ridder. Auch die fünfjährige Medina habe durch ihre offenherzige und fröhliche Art ebenfalls schnell eine enge Bindung zu einem Bewohner aufgebaut. „Ich habe dich lieb“ oder „Ich habe dich vermisst“ – „Bei jedem Treffen begrüßen sie sich herzlich, nehmen sich in den Arm und trennen sich erst wieder bei der Verabschiedung“, so Ridder.

Durch die Begegnung zwischen den Generationen möchten wir die Sensibilität fördern und die Berührungsängste nehmen“, erklärt Evers. Die Senioren und Seniorinnen würden die Unbeschwertheit der Kinder erleben und genießen. „Bei einigen werden dadurch Erinnerungen aus der Kindheit und an die eigenen Kinder wieder geweckt“, freut sich Evers. Und die Kinder sammelten durch die Begegnungen Erfahrungen mit dem Älterwerden, entwickelten die Fähigkeit zur Rücksichtnahme und Hilfsbereitschaft. Sie könnten ihre sozialen Kompetenzen und ihre Empathiefähigkeit ausleben.

Das Projekt sei für die Kinder und die alten Menschen eine große Bereicherung, betont AWO Einrichtungsleiterin Birgit von Dulak-Teichert. „Durch den Spaß und die große Freude, die sie dabei haben, sind wir uns darüber einig, dieses Projekt weiter fortzuführen.“

Zur Einrichtung
In der AWO Kindertagesstätte/Familienzentrum Schweriner Straße werden 105 Kinder betreut. Das Betreuungsangebot umfasst: 75 Ganztagsplätze für Kinder im Alter von 3 bis 6 Jahren und 30 Plätze für Kinder im Grundschulalter (davon zehn Plätze in der Außenstelle Camelot, Stenhusenstraße 12 a).

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