Die Steuerungsgruppe des Projekts rückenwind+ (von rechts) Konrad Boidol, Daniel Appel, Michaela Bräuer und Heike Rahlves (links) mit dem AWO Vorstandsvorsitzenden Dirk von der Osten (hinten rechts), neben ihm AWO Vorstand Gordon Braun, und AWO Vizepräsidentin Birgit Merkel (vorne 2. v. links) auf der Abschlussveranstaltung.

Gesunde Führung ist das A und O

rückenwind+-Projekt erfolgreich abgeschlossen / Positive Bilanz aller Beteiligten auf der Abschlussveranstaltung / Projektbausteine werden weitergeführt

Region Hannover/ Hannover. „Gesunde Führung und Führungskräfteentwicklung in Zeiten des Wandels“ – so der Titel des vom Europäischen Sozialfonds (ESF) geförderten Projekts im Programm rückenwind+: Drei Jahre hat die AWO Region Hannover am Aufbau der Führungskräfteentwicklung im Verband gearbeitet. Zum Abschluss hatte die Steuerungsgruppe alle am Projekt Beteiligten zu einem feierlichen Ausklang in den Tagungsraum Martha-Wissmann-Platz eingeladen, um Ergebnisse und Erfahrungsberichte von Teilnehmenden zu präsentieren. Mit dabei waren auch die Referentinnen und Referenten, die die angehenden Führungskräfte in ihrem Prozess begleitet haben. „Mit dem Projekt hat die AWO Strukturen etabliert, die sowohl die interne Führungskräftegewinnung in Zeiten des Fachkräftemangels befördern, als auch die Führungshaltung im Unternehmen an die Ansprüche der modernen Sozialwirtschaft anpasst“, erklärte Projektleiter Daniel Appel, der die Abschlussveranstaltung moderiert hat. Gesunde Führung sei dabei das A und O. „Wir freuen uns, euch eine so breite Palette an tollen Ergebnissen vorstellen zu können“, ergänzte AWO Personalleiterin Michaela Bräuer.

Gestartet ist das Projekt am 1. Juli 2019. Zahlreiche neue Angebote für Führungskräfte konnten seitdem etabliert werden. Darunter: Orientierungsworkshops und Potenzialanalysen für Führungsinteressierte, ein Mentoringprogramm für angehende Leitungen, sowie Führungskräftetrainings für alle etablierten Leitungen. Zudem wurde die bestehende AG Neue Leitung konzeptionell erweitert, die kollegiale Fallberatung im Verband neu aufgestellt und zahlreiche Führungskräfte in Einzelcoachings beraten. „Dieses Projekt zeigt, dass die Idee der AWO, gemeinsam etwas zu entwickeln, gut funktioniert und nachhaltig wirkt“, sagte AWO Vizepräsidentin Birgit Merkel auf der Veranstaltung. AWO Vorstandsvorsitzender Dirk von der Osten erinnerte sich an seine Anfangszeit als Führungskraft, und hob hervor: „Solche Bausteine zur Unterstützung neuer Leitungskräfte, wie sie in diesem Projekt entwickelt wurden, hätte ich mir damals auch gewünscht.“

Vorrausgegangen waren eine Bedarfsanalyse und ein Klausurtag. Insgesamt wurden mehr als 60 Interviews mit Einrichtungs- und Fachbereichsleitungen geführt. Dabei kristallisierte sich schnell heraus, dass die Bedarfslagen in den Einrichtungen sehr unterschiedlich waren und von vielen Faktoren abhingen, wie Daniel Appel berichtete. Im nächsten Schritt wurde das Angebot der Orientierungsworkshops ausgebaut. Hier haben Führungsinteressierte einen geschützten Raum zur Reflexion erhalten, das Führungsleitbild und die Anforderungen der AWO kennengelernt und über das eigene Führungsinteresse reflektiert. „Es war eine große Freude mitzuerleben, wie die Teilnehmenden mitgemacht, etwas ausprobiert und sich entwickelt haben“, erklärte Coach, Supervisorin und Kommunikationswissenschaftlerin Christine Meyer-Barlag, die die zweitägigen Workshops geleitet hat. „Im Projektzeitraum haben rund 30 Führungsinteressierte an den Workshops teilgenommen, 25 von ihnen sind den Weg weitergegangen“, erläuterte Appel. In der anschließenden Potenzialanalyse hatten die Teilnehmenden dann die Möglichkeit, sich der eigenen Kompetenzen und Entwicklungsfelder bewusster zu werden und in einem Perspektivgespräch Möglichkeiten für die weitere Laufbahnplanung innerhalb der AWO zu klären.

Aus der Idee „Etablierte Führungskräfte begleiten Führungsinteressierte“ auf ihrem individuellen Weg in die Führungstätigkeit – ist das Mentoringprogramm bei der AWO entstanden. Neun Paarungen wurden gezielt zusammengestellt und regelmäßig begleitet. Alle Mentees seien jetzt in Leitung, Stellvertretung oder befänden sich in der Bewerbungsphase, sagte Appel. Katharina Krüger, die seit 2018 bei der AWO tätig ist und jetzt die Leitung des AWO Frauenhauses Burgdorf innehat, betonte, wie sehr ihr die Begleitung durch eine Mentorin geholfen habe. Auch Adalbert Mauerhof, Fachbereichsleiter Senioren- und Verbandsarbeit, erinnert sich gerne an die Zeit als Mentor und den Erkenntnisgewinn. Zum Beispiel durch den unverstellten Blick der jungen Kolleginnen auf den Verband. Ein besonderes Anliegen sei ihm in seiner Rolle als Mentor, angehenden Führungskräften eine Haltung im Sinne der AWO Werte zu vermitteln.

Ein weiterer Baustein im Projekt ist die Qualifizierungsreihe für neue Leitungen. Hier erhalten die Teilnehmenden eine Einführung in relevante Themen der AWO Führungsarbeit zu Bereichen wie Grundwerte, Betriebsvereinbarungen oder Konfliktmanagement. Sie lernen Ansprechpersonen im Verband kennen und vernetzen sich untereinander. „16 Teilnehmende sind im Schnitt bei den monatlichen stattfindenden Veranstaltungen dabei und rund 35 haben die Qualifizierungsreihe seit Projektbeginn komplett absolviert“, sagte Appel.

Leitungsaufgaben bewusst wahrzunehmen, lernen die Teilnehmenden in den zweitägigen Führungskräftetrainings, die bislang rund 80 Prozent der Führungskräfte erreicht haben. Auch die Qualifizierungen zum aufbauenden Thema Konsequenzenmanagement sind erfolgreich angelaufen. „Es hat mir dabei geholfen, würdevoll zu führen.“ Diese Aussage von einer Teilnehmerin zu hören, sei eine Bestätigung für die positiven Erfahrungen und Entwicklungen die Führungskräfte hier machen, berichtete Christoph Pinkert, der die Fortbildungen angeleitet hat. „Führungsaufgaben bekommen ein größeres Gewicht und einen hohen Stellenwert“, betonte der Trainer für transkulturelles Lernen und konstruktive Konfliktbearbeitung. Mitarbeitende gesund und bewusst zu führen, trage durch Entlastung auch zur eigenen Gesunderhaltung bei.

Besonders das Mentoringprogramm habe ihr ganz viel gegeben, sagte Kristine Heinzendorf, die als Einrichtungsleiterin der AWO Kita Schweriner Straße das komplette rückenwind+-Projekt durchlaufen hat. Für sie sei alles eine große Bereicherung – die Treffen in den Gruppen aus den unterschiedlichen Bereichen, der Austausch und die Vernetzung untereinander. „Wir alle haben ähnliche Anliegen und unterstützen uns gegenseitig.“

„Ich freue mich sehr, dass wir das Projekt zu einem so erfolgreichen Abschluss bringen konnten,“ sagte Michaela Bräuer abschließend. „Insgesamt haben wir sehr viele positive Rückmeldungen von Teilnehmenden erhalten, oft mit der Frage verbunden, in welcher Form es die Angebote weiterhin geben wird“, ergänzte Daniel Appel. Es sei schön, dass ein Großteil der Module weiterlaufen kann. „Hier ist etwas in Bewegung gekommen und wir wollen in Bewegung bleiben.“

Text & Fotos: Gaby Kujawa/AWO

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