Christiane Loitz ist es wichtig, dass die Arbeit in der Altenpflege zukünftig mehr anerkennt wird.

„Es ist mein Job“

Christiane Loitz arbeitet als Altenpflegerin in der AWO Residenz Sehnde

Region Hannover/ Sehnde. „Zuerst habe ich mir das Haus angeguckt und mich dann beworben.“ Christiane Loitz hatte damals das Gefühl, dass die Chemie stimmt. Mittlerweile arbeitet die 49-Jährige seit sieben Jahren als Altenpflegerin in der AWO Residenz Sehnde. Das Team, die Atmosphäre, die schöne Umgebung – alles würde passen. Loitz, die 2015 aus Schleswig-Holstein der Liebe wegen nach Sehnde gezogen ist, fühle sich hier sehr wohl, wie sie erzählt.

Christiane Loitz ist mit Leib und Seele Altenpflegerin und das seit 30 Jahren. „Es ist mein Job – ich möchte nichts anderes machen.“ In der Altenpflege zu arbeiten, bedeute mehrere Berufe gleichzeitig auszuüben. Man sei Beraterin, Seelsorgerin, Managerin, Köchin, halbe Medizinerin und vieles mehr. Loitz schätzt besonders auch die Möglichkeiten, sich fortzubilden und sich mit ihren Fähigkeiten einzubringen. Sie selber habe zum Beispiel eine Weiterbildung in Kinästhek gemacht. Außerdem sei sie Prasixanleiterin für die Auszubildenden, für neue Mitarbeitende sowie für die Praktikantinnen und Praktikanten. „Es macht mir Spaß, anderen Menschen etwas beizubringen und Wissen zu vermitteln.“ Das alles mache den Beruf so vielseitig, freut sich Loitz.

Für die Bewohnerinnen und Bewohner, Tagesgäste und Mitarbeitenden hat die engagierte Altenpflegerin sogar eine Radio-Wunsch-Sendung auf die Beine gestellt. Christiane Loitz, die mit ihrem Mann einen eigenen Radiosender betreibt, sendet jeden zweiten Freitag von 15 bis 17 Uhr Musik, Gedichte und Geschichten nach Wunsch. Durch die Flure des Pflegeheims klingen dann alte Lieder wie Lili Marleen von Lale Andersen, aber auch Stücke von Volker Lechtenbrink oder Nena. „Je nachdem, was die Bewohner möchten oder zu welchem Anlass.“ Auch die AWO Tagespflege in Bolzum höre dabei zu.

Loitz ist es wichtig, dass die Arbeit in der Altenpflege zukünftig mehr anerkennt wird. Es gehe darum, nicht nur in Krisenzeiten Anerkennung zu bekommen, sondern grundsätzlich mehr Wertschätzung von der Politik und der Gesellschaft zu erfahren. Altenpflegerin sei ein krisensicher Job, ein Beruf, der nicht ausstirbt. „Wir werden alle alt“, wie sie betont. Von der Politik wünscht sich Loitz, die Forderungen der Pflegekräfte umzusetzen, um die Situation in der Pflege entspannen. So sei es notwendig, den Pflegeschlüssel zu verbessern. „Wir brauchen dringend mehr Personal auf den Stationen“, sagt Loitz. Hinsichtlich des Fachkräftemangels müssten mehr Anreize geschaffen werden, den Pflegeberuf zu wählen, zum Beispiel durch Steuererleichterungen, Rente mit 65, statt 67 oder gar 70.  Auch solle der Bund zukünftig die kompletten Kosten der Tages-, Kurzzeit- und Verhinderungspflege übernehmen. Loitz, die bis vor kurzem ihre Schwiegermutter gemeinsam mit ihrem Mann zuhause gepflegt hat, hat selber erfahren, was auf die Angehörigen zukommen kann. Der Rattenschwanz an Kosten für die Pflegebedürftigen und Angehörigen sei enorm. Was letztendlich wirklich umgesetzt werde, hänge von der neuen Regierung ab. Da sei sie gespannt.

Text: Gaby Kujawa, Foto: Christian Degener

Christiane Loitz ist es wichtig, dass die Arbeit in der Altenpflege zukünftig mehr anerkennt wird.

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