Die AWO Mitarbeitenden hatten Plakate für die Demo gestaltet gestaltet (von links): Heike Rahlves, stellvertretende AWO Fachbereichsleiterin Tageseinrichtungen für Kinder, Uschi Juretzki, Erzieherin in der AWO Kita Freytagstraße, Sabina Graß-Cremerius, Leiterin der AWO Kita Eichsfelder Straße und Mitglied im niedersächsischen Bündnis für Familien und Kinder, und Carsten Lücke, Leiter der Kita Hiltrud-Grote-Weg.

AWO Mitarbeitende appellieren an die Politik

Demo gegen das geplante Kita-Gesetz vor dem Landtag: Fachkräfte fordern Verbesserungen

Region Hannover/ Hannover. Die Stimmung war kämpferisch: Mit dringlichen Appellen richteten sich die Redner/innen bei der heutigen Demo vor dem Landtag an die Landesregierung, um Verbesserungen bei der geplanten Novellierung des niedersächsischen Kita-Gesetzes zu erzielen. Mehr als 50 Mitarbeitende aus Kindertagesstätten sowie Vertreter der Wohlfahrtspflege, Gewerkschaften und des Bündnisses für Kinder und Familien in Niedersachsen machten ihrem Unmut über das neue Gesetz Luft. Mit dabei: Mitarbeitende der AWO Region Hannover. „Wir als AWO fordern ein Gesetz, bei dem es um die Qualität der Betreuung geht. Ein Gesetz, dass die Arbeitsbedingungen der Beschäftigten sowie die Betreuung der Kinder verbessert“, sagt Heike Rahlves, stellvertretende AWO Fachbereichsleiterin Tageseinrichtungen für Kinder.

Dazu sei es dringend nötig, die dritte Kraft in den Kindergartengruppen einzuführen. Das könne über einen Stufenplan passieren, wie es das Land Niedersachsen bereits bei der Einführung der  dritten Kraft in den Krippen gemacht hat. „Außerdem müssen die Voraussetzungen geschaffen werden, mehr Erzieherinnen und Erzieher ausbilden zu können – es herrscht seit Jahren ein Fachkräftemangel“, betont Rahlves. Die Verbesserung des Fachkraft-Kind-Schlüssels könne auch die Attraktivität des Berufs steigern. Je mehr Kinder eine Fachkraft betreue, desto höher sei ihre Belastung. Aber auch aus pädagogischer Sicht sei ein verbesserter Betreuungsschlüssel notwendig. „Wir wissen heute, wie wichtig die frühkindliche Bildung für den weiteren Lebensweg eines Kindes ist – Voraussetzung dafür ist eine intensive Betreuung und Begleitung, die nur gewährleistet ist, wenn die Erzieher/innen sich auch Zeit nehmen können, für jedes Kind“, so Rahlves.

Das Argument, solche Maßnahmen seien teuer, lässt Rahlves nicht gelten. „Jeder Euro, den die Politik in diesen Bereich investiert, zahlt sich später aus“, sagt sie und betont: „Hätten wir grundsätzlich eine geringere Anzahl an Kindern pro Gruppe, wären die Kitas für die Pandemie gerüstet gewesen – das heißt: Wir hätten sie nicht schließen müssen. Wir hätten jedes Kind betreuen können.“

Ohnehin liege die letzte große Novelle des Kita-Gesetzes in Niedersachsen mehr als 25 Jahre zurück. Deswegen müsse ein neues Gesetz modern sein und die veränderten gesellschaftlichen Rahmenbedingungen aufnehmen. „Wir reden heute endlich über Themen wie Inklusion, Partizipation, Kinderrechte, Diversität und Demokratiebildung. Aber um sie in den Kitas zu verankern, brauchen wir höhere Freistellungszeiten für Kita-Leitungen und Verfügungszeiten für pädagogische Fachkräfte“, so Rahlves. Eine untätige Politik könnte hier zur Folge haben, dass diese wichtigen Themen nicht verankert bzw. in Teilen sogar zurückgefahren werden. „Unsere Kindertagesstätten sind Bildungseinrichtungen und sollten im Gesetz auch als solche gesehen werden“, betont Rahlves. 

Text & Fotos: Christian Degener/AWO

Die AWO Mitarbeitenden hatten Plakate für die Demo gestaltet gestaltet (von links): Heike Rahlves, stellvertretende AWO Fachbereichsleiterin Tageseinrichtungen für Kinder, Uschi Juretzki, Erzieherin in der AWO Kita Freytagstraße, Sabina Graß-Cremerius, Leiterin der AWO Kita Eichsfelder Straße und Mitglied im niedersächsischen Bündnis für Familien und Kinder, und Carsten Lücke, Leiter der Kita Hiltrud-Grote-Weg.

Uschi Juretzki, Erzieherin in der AWO Kita Freytagstraße, hielt eine kurze Rede bei der Demo, rechts im Bild: Heike Rahlves, stellvertretende AWO Fachbereichsleiterin Tageseinrichtungen für Kinder.

Heike Rahlves, stellvertretende AWO Fachbereichsleiterin Tageseinrichtungen für Kinder, wurde vom NDR Fernsehen interviewt.

Viele Medien begleiteten die Demo – hier wird Heike Rahlves, stellvertretende AWO Fachbereichsleiterin Tageseinrichtungen für Kinder, von Radio ffn interviewt.

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Gaby  Kujawa
Wilhelmstraße 7
30171 Hannover
Tel. 0511 8114-261
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