AWO Kita Elmstraße legte Gemüseacker an

Familienzentrum Elmstraße nimmt am Bildungsprogramm „GemüseAckerdemie“ teil

Ein Nachmittag auf dem neuen Acker: Mitarbeitende, Eltern und Kinder hatten gemeinsam Spaß an der Arbeit.

Gelungener (aber nicht ganz einfacher) Auftakt: Kinder, Eltern und Mitarbeitende der AWO Kita Elmstraße haben gestern ein Stück Rasenfläche umgegraben, auf der ein Gemüseacker entstehen soll. Dabei erschwerten vor allem viele Wurzeln die Arbeit. Die Kita nimmt am Bildungsprogramm „GemüseAckerdemie“ teil, bei dem die Kinder spielerisch und durch praktisches Erleben lernen, wie Gemüse angebaut wird.

„Oh, ein Wurm“, sagt eines der Kinder und hält den Fund behutsam mit zwei Fingern fest. Schnell eilen ihm zwei andere Kinder mit einem Eimer zu Hilfe. Das Kind legt den Wurm vorsichtig in den Eimer, schließlich sollen die Würmer später zurück in den Boden gebracht werden. Noch viele weitere Würmer landen im Laufe des Tages in dem „Wurmeimer“. Doch nicht die Würmer erschweren an diesem Nachmittag die Arbeit, sondern die vielen kleinen und größeren Wurzeln.

Jeder Spatenstich erfordert viel Kraft. Als die Eltern dazustoßen, haben Jan-Philipp Jansen, Agrar-Ökologe und hauptamtlicher Mitarbeiter der „GemüseAckerdemie“, sowie vier Freiwillige, die das Projekt ehrenamtlich unterstützen, bereits zwei Stunden Umgrabearbeit hinter sich. Gemeinsam mit den Eltern und den Mitarbeitenden erledigen sie den Rest, damit im Mai die erste Aussaat- und Pflanzaktion stattfinden kann. „Alles, was wir anbauen, ist bio“, betont Jansen. Die GemüseAckerdemie ist ein Bildungsprogramm des gemeinnützigen Vereins Ackerdemia und betreut mittlerweile rund 240 Schulen und Kitas in ganz Deutschland. Unternehmen, Organisationen und Einzelspender teilfinanzieren die einzelnen Projekte – unter ihnen bundesweite Förderer wie die AOK, aber auch lokale Partner.

„Die GemüseAckerdemie ist ein tolles Projekt, das gut zu uns passt“, sagt Kirstin Heitmann, die langjährige Leiterin des Familienzentrums. Der neue Gemüseacker sei eine tolle Ergänzung, da die Kita bereits eine „Kräuterschnecke“ und einen „Naschgarten“ mit Obst angelegt haben. Die Empfehlung, an dem Bildungsprogramm teilzunehmen, hatte Heitmann von Anja Schulze von der AWO Fachberatung für Kindertagesstätten erhalten. „Ernährung ist ein wichtiges Thema – mit dem Programm lernen die Kinder schon früh gesunde und schmackhafte Nahrungsmittel kennen. Durch den eigenen Anbau lernen sie außerdem, Lebensmittel zu wertschätzen“, sagt Heitmann. Außerdem sei es heutzutage gerade in den Städten nicht mehr selbstverständlich, dass die Kinder wüssten, woher das Gemüse eigentlich kommt. „Hier erfahren sie außerdem, wie viel Arbeit im Anbau von Gemüse steckt“, sagt Heitmann. „Dazu gehören das Beobachten, Pflegen und sich darum kümmern müssen. Dabei lernen sie außerdem neue Gemüsearten und ihr Wachstum lernen.“

Zwischen 10 und 15 Gemüsearten werden die Kinder auf dem neuen Acker anbauen. Die Pflege der Ackerfläche übernehmen sie unter Anleitung der Erzieherinnen und Erzieher. „Die Aufgaben reichen von Gießen und Unkraut jäten über Käfer und Schnecken sammeln bis hin zur Ernte“, sagt Sabine Harbig, die das Projekt gemeinsam mit ihrer Kollegin Derya Wundram betreut. Damit die Erziehenden wissen, welche Aufgaben zu erledigen sind, erhalten sie einen wöchentlichen Newsletter – AckerInfos – per E-Mail. Außerdem hat die Kita speziell konzipierte Bildungsmaterialien erhalten, zum Beispiel interaktive Geschichten mit Gemüsecharakteren wie RudiRadieschen, die die Mitarbeitenden den Kindern vorlesen können. Aber das Hauptbildungsmaterial ist natürlich das geerntete Gemüse, das direkt auf dem Acker begutachtet, verkostet oder beim gemeinsamen Kochen verarbeitet wird.

Mit Spaten und kleinen Schaufeln ging es an die Arbeit.

Auch Kirstin Heitmann, Leiterin des Familienzentrums, half beim Umgraben des neuen Ackers.

Erzieherin Sabine Herbig und Jan-Philipp Jansen von der „GemüseAckerdemie“.

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