Beate Kopman, Leiterin der AWO Familienbildung: "Viele Eltern machen sich Sorgen um ihre Kinder und ihre Zukunft. Der Gesprächsbedarf ist groß."

AWO Familienbildung in Corona-Zeiten: Eltern freuen sich über die Angebote

„Wir sind traurig darüber, dass wir die vielen Eltern und Kinder im Moment nicht treffen können“, sagt Beate Kopmann, Leiterin der Familienbildung der AWO Region Hannover. Die Angebote für die Kinder und Eltern in den verschiedenen Stadtteilen werden wegen der Corona-Pandemie reduziert angeboten oder per Telefon und E-Mail weitergeführt. Ein Großteil der Kurse und Veranstaltungen fallen aber aufgrund der allgemeinen Beschränkungen aus.

In normalen Zeiten sind im Internationalen Elterntreff Mühlenberg täglich um die 20 Mütter mit ihren Kindern vor Ort, im räumlich kleineren Elterntreff ListNordOst sind es täglich bis zu zehn oder zwölf Frauen und Kinder. In den Treffs lernen sie andere Frauen und Eltern kennen und können sich austauschen und gegenseitig unter-stützen. Hier wird gemeinsam gespielt, genäht, Deutsch gelernt, gekocht und gegessen, aber auch über Ärger mit den Ämtern, dem Vermieter oder ähnliches gesprochen. Das Schwimmbad „AWO Welle“ wird wöchentlich von circa 1.500 Badegästen besucht und an den Kursen der Familienbildung nehmen im gleichen Zeitraum 370 Kinder und Erwachsene teil. „Diese Angebote der AWO Familienbildung stehen aufgrund der Einschränkungen so nicht mehr zur Verfügung und hinterlässt bei vielen Familien eine große Lücke in ihrem Alltag“, betont Kopmann.

„Wir haben alle gemeinsam überlegt, wie wir auch weiterhin für die Familien in diesen speziellen Zeiten da sein können“, sagt Kopmann. Das Team habe dazu viele kreative Ideen entwickelt, wie bestehende Angebote in neuer Form weitergeführt werden können. Eine Auswahl der Angebote aus den Kursreihen hat die Familienbil-dung jetzt online zur Verfügung gestellt – Spiele, Ideen zum Basteln, Übungen oder Rezepte, die es sonst in den Kursen, in den Elterntreffs oder einer anderen Veranstaltung gibt. „Hier bekommen wir Rückmeldungen, dass sich die Eltern über unsere Anregungen auf der Homepage und auf Facebook freuen.“

Das Vorschulprogramm HIPPY, an dem rund 70 Familien teilnehmen, wird via Telefon, Videogespräche und Post angeboten. Die Elterntreffs stellen den Familien jetzt Spielideen, selbst zusammengestellte Bastelpackungen und andere kontaktlose Aktionen zur Verfügung. Darüber hinaus bieten sie telefonische Sprechzeiten an, in denen die Eltern mit den ihnen vertrauten Mitarbeiterinnen über ihre aktuelle Situation sprechen können. „Sollten Kontaktdaten zur Verfügung stehen, schreiben wir auch mal eine Mail oder sms“, erklärt Kopmann.

In der Kurberatung der AWO ist es derzeit so, dass die Kurhäuser bis auf weiteres geschlossen sind. „Viele Frauen sind verunsichert und wissen nicht, wann sie wieder zur Kur fahren können“, sagt Kopmann. Es müssen Termine verlegt und Absprachen mit der Krankenkasse getroffen werden. Die Kostenzusagen der Krankenkassen verlieren oftmals jetzt ihre Gültigkeit, da der Zeitpunkt der Kur auf einen unbekannten Zeitraum verschoben wurde. Die Kuren müssen dann später erneut beantragt werden. Diese Situation belaste die Mütter und Väter sehr. „Viele Frauen, die große Hoffnungen in die baldige Kur gesetzt haben, sind jetzt enttäuscht und manche gar verzweifelt“, so Kopmann. Sie seien ohnehin schon belastet und jetzt, wo die Kinder nicht in KiTa und Schule gehen können, steige die Belastung erneut. Die Mitarbeiterinnen der Kurberatung unterstützen die Frauen dabei, neue Perspektiven zu entwickeln und geben Anregungen für die Alltagsgestaltung. Manchmal reiche es, einfach schon zuzuhören und die Möglichkeit des Gesprächs zu bieten, erklärt Kopmann.

„Wir bekommen viele positive Rückmeldungen von den Familien, sie freuen sich darüber, dass bestimmte Angebote in veränderter Form weitergeführt werden können“, sagt Kopmann. Andererseits meldeten sich telefonisch auch Eltern mit Fragen zu Problemen, wie das Zusammenleben in kleinen Wohnungen mit mehreren Kindern gut gelingen könne oder Sorgen, ob ihre Kinder genug lernen würden. Der Gesprächsbedarf sei groß, sagt Kopmann. Die Eltern hätten teilweise große Ängste um ihre Kinder und um ihre eigene Zukunft.

Die jetzige Zeit sei aber auch eine Chance, viele Dinge neu zu überdenken, sich digital anders aufzustellen. Damit gebe es bisher wenig Erfahrung. „Wir hoffen, dass sich aus dieser ‚Not‘ neue Formate und Wege der Familienbildung ergeben“, so Kopmann. Die Kehrseite sei, dass Familienbildung eigentlich von persönlichen Beziehungen lebe und für die Entwicklung und das Aufwachsen von Kindern ein wichtiger Bestandteil ist. Es sei problematisch, Kontakte nur per Internet oder Telefon zu gestalten.

„Wir vermissen alle. Es ist schade, dass unsere Räume jetzt so leer sind“, sagt Kopmann, „und hoffen sehr, dass alle auf ihre Weise gut durch diese ungewöhnliche Zeit kommen.“

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