Die Schülerinnen Angelina Kowaljow (links) und Anna Herrlein (rechts) überreichten die Toniebox an Antonia Herden, Sozialpädagogin und Erzieherin des Frauenhauses.

Burgdorf: Schülerinnen spenden an das Frauenhaus

Engagement gegen Gewalt an Frauen an der Robert-Bosch-Gesamtschule Hildesheim

Region Hannover/Burgdorf. „Es kann jede von uns treffen“, sagt Angelina Kowaljow. Die Schülerin der Robert-Bosch-Gesamtschule in Hildesheim hat gemeinsam mit ihren Mitschülerinnen Anna Herrlein und Lejla Kucevic ein Projekt gegen Gewalt an Frauen ins Leben gerufen und dabei Spenden für ein Frauenhaus in der Region gesammelt. Die Wahl fiel auf das AWO-Frauenhaus in Burgdorf. Vor wenigen Tagen überreichten die Schülerinnen ihre Spende: eine Toniebox, die aus den Spendengeldern finanziert wurde. Entgegengenommen wurde sie von Antonia Herden, Sozialpädagogin und Erzieherin des Frauenhauses. „Die Kinder werden sich sehr darüber freuen“, sagte Herden bei der Übergabe. Die Toniebox soll den Kindern zugutekommen, die gemeinsam mit ihren Müttern dort Schutz finden. Insgesamt kamen 300 Euro zusammen, die in das Geschenk geflossen sind.

Aufmerksam auf das Thema wurden die Jugendlichen über soziale Medien. „Bei TikTok und Instagram sahen wir Clips von Frauen, die über ihre Gewalterfahrungen berichteten“, erzählt Kowaljow. Die Beiträge erschütterten sie – und weckten den Wunsch, mehr über das Thema zu erfahren. Im Zuge ihrer Recherche erfuhren die Schülerinnen, wie verbreitet Gewalt gegen Frauen in Deutschland ist. Laut Bundeskriminalamt wurden allein im Jahr 2023 rund 240.000 Frauen Opfer partnerschaftlicher Gewalt, darunter mehr als 120.000 Fälle von körperlicher Gewalt. Jede dritte Frau erlebt mindestens einmal in ihrem Leben körperliche oder sexuelle Gewalt.

Besonders beeindruckte die Schülerinnen, wie vielfältig die Formen von Gewalt sind. „Auch psychische Gewalt, die man vielleicht erst gar nicht so schlimm einstuft, ist Gewalt“, betonen sie. Ihr Wissen gaben die beiden schließlich in einem selbstgestalteten Workshop an ihre Mitschüler*innen weiter. Dort informierten sie über Formen der Gewalt, Hintergründe und Hilfsangebote. „Aufklärung ist ganz wichtig. Man muss wissen, wo man sich Hilfe holen kann. Mit unserem Workshop wollten wir einen Beitrag zur Sensibilisierung leisten“, sagt Herrlein.

Zum Hintergrund:

Das nicht anonyme Frauenhaus Burgdorf der AWO Region Hannover bietet gewaltbetroffenen Frauen ab 18 Jahren und ihren Kindern einen geschützten Zufluchtsort. Die Aufnahme ist ganzjährig und rund um die Uhr möglich; Religion, Herkunft oder Aufenthaltsstatus spielen dabei keine Rolle. Auch Frauen, die sich dem weiblichen Geschlecht zugehörig fühlen, können das Angebot nutzen.

Die Einrichtung unterstützt die Bewohnerinnen mit Beratung und Begleitung auf dem Weg in ein selbstbestimmtes und gewaltfreies Leben. Umfang und Art der Unterstützung bestimmen die Frauen selbst. Für die Dauer des Aufenthalts stehen ihnen feste Ansprechpartnerinnen zur Seite; für Kinder gibt es eigene Ansprechpersonen, die deren Bedürfnisse in den Mittelpunkt stellen.

Text & Foto: Christian Degener/AWO

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