Region Hannover/ Hannover. Seit mehr als 30 Jahren bietet die AWO Frauenkurse für Migrantinnen an und leistet damit einen kontinuierlichen und wichtigen Beitrag zu Bildung und gesellschaftlicher Teilhabe. „Diese Kurse sind mehr als Sprachunterricht – sie eröffnen Frauen Perspektiven für ein selbstbestimmtes Leben in Deutschland“, sagt Sabine Johannes, stellvertretende Fachbereichsleitung Qualifizierung–Bildung–Teilhabe. Die Angebote richten sich an Frauen unterschiedlicher Herkunft und unterstützen sie dabei, ihr Leben in Deutschland selbstbewusst, eigenständig und gut informiert zu gestalten.
Gefördert werden die aktuellen Angebote im Rahmen des Programms „Migrantinnen einfach stark im Alltag (MiA)“ des Bundesamt für Migration und Flüchtlinge. Ziel des Programms ist es, Migrantinnen niedrigschwellig zu erreichen, ihre Potenziale zu stärken und ihnen durch alltagsnahe Bildungsangebote Sicherheit und Orientierung im täglichen Leben zu vermitteln. „MiA ist deshalb so wertvoll, weil es Frauen anspricht, die nicht so schnell einen Platz in einem Integrationskurs bekommen“, erläutert Johannes.
Für das Jahr 2026 plant die AWO insgesamt 25 Frauenkurse in verschiedenen Stadtteilen der Region Hannover und gehört damit bundesweit zu den engagiertesten Trägern dieses Förderformats. Derzeit laufen parallel sechs MiA-Kurse mit unterschiedlichen Schwerpunkten. „Wir holen die Frauen über Themen ab, die sie unmittelbar in ihrem Alltag stärken“, erklärt Nuray Albayrak-Karaköse aus dem Bereich Sprache und Integration. „So entsteht Vertrauen – und daraus wächst der Mut, die eigenen Sprachkenntnisse aktiv einzusetzen.“
Allen Kursen gemeinsam ist das Ziel, Frauen zusammenzubringen und über ein konkretes Thema – etwa Computerkenntnisse, Nähen, Gesprächsrunden oder alltagsbezogenes Deutschlernen – den Spracherwerb zu fördern und bei Bedarf den Übergang in einen Integrationskurs zu erleichtern. Die kontinuierlich stattfindenden Deutsch-im-Alltag- und Konversationskurse unterstützen die Teilnehmerinnen dabei, sprachlich sicherer zu werden, beispielsweise bei Arztbesuchen, Behördengängen oder Gesprächen in Schule und Kita. Darüber hinaus sind weitere Angebote wie Schwimm- und Fahrradkurse in Planung. Diese vermitteln nicht nur praktische Fähigkeiten, sondern stärken zugleich Mobilität, Selbstständigkeit und Selbstvertrauen – zentrale Voraussetzungen für gesellschaftliche Teilhabe.
„Die Teilnahme ist kostenlos und bewusst niedrigschwellig gestaltet“, betont Sabine Johannes. „Wir möchten Frauen unabhängig von Vorbildung oder Aufenthaltsstatus einen geschützten Raum bieten, in dem sie lernen, sich austauschen und neue Perspektiven entwickeln können.“
Wie nachhaltig dieses Konzept wirkt, zeigt sich daran, dass ehemalige Teilnehmerinnen inzwischen selbst Verantwortung übernehmen und als Kursleiterinnen tätig sind. „Diese Kurse sind eine sichtbare Erfolgsgeschichte“, betont Albayrak-Karaköse. Mit ihrem vielfältigen Angebot setzt die AWO Region Hannover ein Zeichen für Chancengleichheit, gesellschaftlichen Zusammenhalt und die Stärkung von Migrantinnen in der Region Hannover.
Kontakt:
AWO Region Hannover e.V.
Sprache und Integration
Nuray Albayrak-Karaköse
Tel.: 0511 22036-344
nuray.albayrak-karakoese@awo-hannover.de
Text & Fotos: Christian Degener/AWO