AWO-Mitarbeiterinnen zu Gast beim AWO Kreisverband Bielefeld.

Fachlicher Austausch in Bielefeld

Wie Quartiere älteren Menschen mehr Teilhabe ermöglichen

Region Hannover/ Hannover/ Bielefeld. Wie können Quartiere so gestaltet werden, dass ältere Menschen dort nicht nur wohnen, sondern sich sicher, eingebunden und gebraucht fühlen? Dieser Frage gingen Kolleginnen der AWO-Seniorenarbeit aus den ESF-Projekten in List und Anderten bei einem fachlichen Austausch in Bielefeld nach. Zu Gast waren sie beim AWO Kreisverband Bielefeld, um dort Einblicke in Quartiersprojekte zu gewinnen, die die Teilhabe älterer Menschen stärken.

Im Mittelpunkt des Besuchs stand das Bielefelder Modell. Das barrierearme Wohnkonzept wurde bereits in den 1990er Jahren entwickelt und gilt bis heute als richtungsweisend. Es verbindet altersgerechtes Wohnen mit Versorgungssicherheit, nachbarschaftlicher Unterstützung und lebendiger Gemeinschaft. Gemeinsam mit sozialen Trägern entwickelt die Bielefelder Wohnungsbaugesellschaft BGW seit vielen Jahren Quartiere nach diesem Ansatz.

„Das Bielefelder Modell zeigt sehr eindrücklich, wie Wohnen, soziale Unterstützung und Gemeinschaft zusammengedacht werden können“, sagt Silke Oppenhausen, Leiterin Seniorenarbeit bei der AWO Region Hannover. „Genau solche Impulse sind wichtig, wenn wir Quartiersarbeit weiterentwickeln und ältere Menschen in ihrem Lebensumfeld stärken wollen.“

Vor Ort konnte das Team zwei der insgesamt elf quartiersbezogenen Projekte kennenlernen und erleben, wie die Ideen des Modells praktisch umgesetzt werden. Besonders im Fokus stand der Standort Brockeiche, der vom AWO-Kreisverband Bielefeld betreut wird und mit dem Projekt „Gemeinschaft leben in einem vielfältigen Quartier“aktuell ebenfalls durch den ESF gefördert wird.

In Gesprächen mit dem Bielefelder Team ging es um konkrete Erfahrungen aus der Praxis: Wie kann Nachbarschaftshilfe so organisiert werden, dass sie im Alltag wirklich entlastet? Welche generationenübergreifenden Angebote erreichen die Menschen im Quartier? Und wie lassen sich ehrenamtliche Initiativen so fördern, dass sie langfristig tragen?

Auch die Beteiligung der Bewohner*innen spielte eine zentrale Rolle. Denn erfolgreiche Quartiersarbeit lebt davon, dass Menschen nicht nur Angebote nutzen, sondern ihr Wohnumfeld aktiv mitgestalten. „Teilhabe entsteht dort, wo Menschen gefragt werden, wo ihre Erfahrungen zählen und wo sie selbst etwas beitragen können“, betont Oppenhausen. „Das gilt ganz besonders für ältere Menschen, deren Wissen und Engagement für ein lebendiges Quartier enorm wertvoll sind.“

Neben gelungenen Best-Practice-Beispielen kamen auch die Herausforderungen zur Sprache. Dazu gehört vor allem die langfristige Finanzierung von Projekten, die nachweislich zur Lebensqualität in den Quartieren beitragen, aber verlässliche Strukturen brauchen, um dauerhaft wirken zu können.

Der Besuch in Bielefeld machte deutlich, wie wertvoll der direkte fachliche Austausch ist. Er eröffnet neue Perspektiven, stärkt die Zusammenarbeit und liefert konkrete Anregungen für die Weiterentwicklung der Quartiersprojekte in der Region Hannover.

„Solche Begegnungen zeigen, dass wir viele ähnliche Fragen haben – und dass wir voneinander lernen können“, sagt Oppenhausen. „Für unsere Arbeit in List und Anderten nehmen wir wichtige Impulse mit.“

Foto: privat, Redaktion: Christian Degener/AWO

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