Region Hannover/ Hannover. Das Projekt „Stark im Alltag“ steht für Unterstützung und Integration von Müttern in prekären Lebenssituationen. Durchgeführt von der Fachstelle EU-Zuwanderung der AWO Region Hannover in Kooperation mit einem Träger der Wohnungslosenhilfe, richtet sich das Angebot gezielt an Frauen, die in Notunterkünften leben – insbesondere aus Rumänien, Bulgarien und anderen europäischen Ländern.
Kürzlich besuchten Ricarda und Udo Niedergerke das Projekt, um sich persönlich ein Bild von der Arbeit vor Ort zu machen. Mit ihrer Stiftung tragen sie in wesentlichem Maße zur Finanzierung des Angebots bei und schaffen damit eine Grundlage für dessen Umsetzung. Der Besuch bot Gelegenheit zum Austausch mit den Verantwortlichen und zu Begegnungen mit den Teilnehmerinnen. Dabei zeigte sich, wie wichtig verlässliche Unterstützung für den Fortbestand solcher Angebote ist – besonders für Mütter, die unter schwierigen Bedingungen ihren Alltag organisieren müssen.
Ricarda Niedergerke sagte, es sei berührend gewesen zu erleben, mit welcher Sensibilität und Einfühlsamkeit mit den Müttern über das schwierige Thema Gesundheit bei Kindern gesprochen wurde. Udo Niedergerke berichtete, die 15 anwesenden Mütter hätten dem Thema mit großer Aufmerksamkeit gefolgt und förmlich an den Lippen der Dolmetscherin gehangen – man hätte eine Nadel fallen hören können. Beide erklärten zudem, dass sie weitere Kurse gern fördern würden, wenn dies erforderlich sei.
Das Projekt erstreckt sich über einen Zeitraum von vier Monaten und bietet den Teilnehmerinnen vielfältige Unterstützung. Ein zentraler Bestandteil sind wöchentliche Deutschkurse mit begleitender Kinderbetreuung. Sie eröffnen den Müttern die Möglichkeit, die deutsche Sprache zu erlernen und sich in ihrem Lebensumfeld besser zurechtzufinden. Ergänzt wird das Angebot durch Workshops und Informationsveranstaltungen. Themen wie Gesundheitsvorsorge, Krankenversicherung oder das Schulsystem in Niedersachsen vermitteln praxisnahes Wissen, das für den Alltag der Frauen von großer Bedeutung ist, sagt AWO Mitarbeiterin Inna Senn.
Ziel des Projekts ist es, die Teilhabe der Mütter zu verbessern und ihre Selbstständigkeit nachhaltig zu stärken. Die Rückmeldungen fallen durchweg positiv aus. Teilnehmerinnen, die am vergangenen Dienstag vor Ort waren, äußerten sich anerkennend über das Angebot.
„Ich freue mich sehr, dass ich an diesem Projekt teilnehmen kann“, berichtet eine Teilnehmerin. „In dieser kurzen Zeit habe ich schon viel gelernt. Es hilft mir zu sehen, dass ich nicht allein bin und Unterstützung bekomme. Dafür möchte ich mich bei allen Beteiligten bedanken.“
Auch von Seiten der Unterkunft wird das Projekt ausdrücklich begrüßt. Der Heimleiter lobte die Zusammenarbeit mit der AWO und betonte, wie wertvoll solche Angebote für die Bewohnerinnen seien. Sie vermittelten nicht nur Wissen, sondern eröffneten auch Perspektiven und stärkten das Gemeinschaftsgefühl.
Für den Projektträger haben diese Rückmeldungen großes Gewicht. „Sie bestätigen, dass ‚Stark im Alltag‘ einen wichtigen Beitrag leistet – und zeigen zugleich, wie entscheidend verlässliche Förderung ist, um solche Angebote langfristig zu sichern“, sagt Nezir-Bjado Begovic, Fachbereichsleiter Qualifizierung-Bildung-Teilhabe bei der AWO Region Hannover.
Foto & Redaktion: Christian Degener