Die nun getroffenen Vereinbarungen bilden das Fundament, um Betroffene noch schneller und zielgerichteter aus der Gewaltspirale zu führen. AWO Vorstandsvorsitzender Dirk von der Osten (2. v. re.) und Katharina Krüger, AWO Fachbereichsleiterin Frauen, waren als Vertreter*innen der BISS bei der Vertragsunterzeichnung mit Gwendolin von der Osten, Polizeipräsidentin der Polizeidirektion Hannover (Mitte) und Vertretern des Männerbüros dabei.

Ein deutliches Zeichen gegen häusliche Gewalt

Polizei hat neue Kooperationsvereinbarungen mit der Beratungs- und Interventionsstelle bei häuslicher Gewalt (BISS) und dem Männerbüro unterzeichnet

Region Hannover/Hannover. Die Polizeidirektion Hannover setzt ein deutliches Zeichen gegen häusliche Gewalt und optimiert die Zusammenarbeit mit spezialisierten Opferschutzeinrichtungen. Am Freitag, den 20. Februar 2026, unterzeichnete die Polizei in diesem Zusammenhang neue Kooperationsvereinbarungen mit der Beratungs- und Interventionsstelle bei häuslicher Gewalt (BISS) sowie mit dem Männerbüro Hannover e.V. Ziel ist ein lückenloses und geschlechterübergreifendes Hilfsangebot für Betroffene in der Region.

„Häusliche Gewalt ist kein privates Problem, sondern eine gesamtgesellschaftliche Herausforderung, der die Polizei Hannover mit einer engen Vernetzung begegnet“, erklärte Gwendolin von der Osten, Polizeipräsidentin der Polizeidirektion Hannover, im Rahmen der Unterzeichnung. Die nun getroffenen Vereinbarungen bilden das Fundament, um Betroffene noch schneller und zielgerichteter aus der Gewaltspirale zu führen.

Aufgrund geänderter örtlicher Zuständigkeiten wurde die bewährte Kooperation mit der BISS, vertreten durch die Arbeiterwohlfahrt (AWO) Region Hannover e.V., neu aufgestellt. Kern der Vereinbarung bleibt das bewährte pro-aktive Vorgehen: Nach einem Polizeieinsatz wegen häuslicher Gewalt werden – unter Einhaltung des Datenschutzes – relevante Informationen an die BISS übermittelt.

Sozialarbeiterinnen nehmen daraufhin zeitnah Kontakt zu den betroffenen Frauen oder diversen Personen auf. Dieses „Hinterhergehen“ stellt sicher, dass Hilfe genau dann ankommt, wenn sie am dringendsten benötigt wird – durch psychosoziale Krisenintervention, Erstberatung und die Vermittlung weiterführender Schutzmaßnahmen.

Darüber hinaus erfolgt ein Lückenschluss durch eine formelle Kooperationsvereinbarung mit dem Männerbüro Hannover e.V.. Damit trägt die Polizeidirektion Hannover der Tatsache Rechnung, dass auch Männer Opfer von Gewalt im häuslichen Umfeld werden. Da dieses Thema nach wie vor stark tabuisiert ist, soll die neue Vereinbarung die Hemmschwelle für männliche Betroffene senken.

Das Männerbüro bietet spezialisierte Unterstützung bei der Sicherheitsplanung an, informiert über rechtliche Wege nach dem Gewaltschutzgesetz und leistet wichtige Hilfestellung bei der Bewältigung des Erlebten. Darüber hinaus bietet das Männerbüro gewalttätigen Männern Trainings und Beratungen an, um diese vor dem Begehen von Straftaten zu bewahren.

„Durch die Verknüpfung polizeilicher Gefahrenabwehr mit der fachspezifischen Expertise der Beratungsstellen wird sichergestellt, dass keine betroffene Person allein gelassen wird – unabhängig vom Geschlecht. Die Botschaft der Partner ist eindeutig: Wer Gewalt erlebt, findet in der Region Hannover professionelle Unterstützung und Wege in ein sicheres Leben“, betonte Polizeipräsidentin Gwendolin von der Osten.

Text & Fotos (Polizeidirektion Hannover)

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