Region Hannover/ Hannover. Mit einer Kundgebung auf dem Kröpcke haben rund 150 Mitarbeitende der AWO Region Hannover e.V., des AWO Bezirksverbands Hannover e.V. und des Bezirksjugendwerks der AWO Hannover ein deutliches Zeichen gegen Rassismus und Rechtsextremismus gesetzt.
Unter dem Motto „100 % Menschenwürde. Zusammen gegen Rassismus und Rechtsextremismus“ versammelten sie sich um fünf vor zwölf auf dem Kröpcke in der hannoverschen Innenstadt, um für Vielfalt, Respekt und gesellschaftliche Teilhabe einzutreten.
Anfeindungen und Übergriffe gehören für viele geflüchtete Menschen und für von Rassismus Betroffene noch immer zum Alltag. Mit Transparenten, Plakaten und Trillerpfeifen machten die Demonstrierenden auf diese Realität aufmerksam und riefen dazu auf, gemeinsam Haltung zu zeigen und Rassismus, Hass und Spaltung entschlossen entgegenzutreten. Gemeinsam positionierten sich die Teilnehmenden klar: Menschenwürde ist nicht verhandelbar.
„Die Würde des Menschen ist unantastbar, besagt Artikel 1 unseres Grundgesetzes“, so Marco Brunotte, Vorsitzender des Vorstands AWO Bezirksverband Hannover e.V. „Menschenwürde ist das Fundament unserer Verfassung, unseres Zusammenlebens und gilt für jeden Menschen – ganz gleich welcher Herkunft, Religion oder welchen Geschlechtes. Es ist die Verpflichtung unseres Staates und unserer Gesellschaft alle Menschen gleich zu behandeln und ist der Grundstein für unsere Demokratie. Wir sind das Bollwerk gegen den Faschismus und Menschenfeindlichkeit.“
„Antirassismus bedeutet mehr als gute Absichten. Es bedeutet zuzuhören, Verantwortung zu übernehmen, und auch dann etwas zu sagen, wenn es unbequem wird“, sagte Sara Mohammad Burhan, Mitgrationsberaterin bei der AWO Region Hannover e.V., in ihrer Rede. „Solidarität zeigt sich nicht an Tagen wie heute allein. Sie zeigt sich im Alltag: Wenn Erfahrungen ernst genommen werden, auch wenn man sie selbst nicht teilt. Wenn Vielfalt nicht nur akzeptiert, sondern geschützt wird.“
Zum Hintergrund:
„Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren“, steht im ersten Artikel der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte. An die gemeinsame Verantwortung, dieses Ideal zu fördern und zu schützen, erinnert der Internationale Tag gegen Rassismus jährlich am 21. März.
Das Datum geht zurück auf das „Massaker von Sharpeville“ im Jahr 1960. Während einer Demonstration gegen die Apartheidgesetze in der südafrikanischen Stadt eskalierte die Situation: Polizisten schossen in die Menge und töteten 69 Menschen, mindestens 180 weitere wurden zum Teil schwer verletzt.
Text & Fotos: Gaby Kujawa/AWO