Region Hannover/Hannover. Mit dem Projekt „MoVe – Miteinander offen (Eigen-)Verantwortung entwickeln“ initiiert die AWO Region Hannover einen langfristig angelegten Entwicklungsprozess für ihre Kindertageseinrichtungen. Im Mittelpunkt stehen die gezielte Stärkung vorhandener Kompetenzen, eine spürbare Entlastung der Teams sowie die nachhaltige Weiterentwicklung von Arbeits- und Führungskultur. MoVe ist praxisnah konzipiert und setzt bewusst auf eine partizipative Umsetzung.
„In den Kitas der AWO Region Hannover gibt es bereits eine sehr gute Ausgangsbasis: engagierte Leitungen, handlungsfähige Teams, hohe fachliche Qualität und viel Herzblut für Kinder und Familien“, sagt Dirk von der Osten, Vorstandsvorsitzender der AWO Region Hannover. Genau an diesen Stärken setze MoVe an, das vom Europäische Sozialfonds* (ESF) gefördert wird. Das Projekt verstehe sich nicht als Reaktion auf bestehende Defizite, sondern als konsequente Weiterentwicklung einer Praxis, die sich bereits bewährt habe.
Gleichzeitig stehe der Kita-Bereich vor tiefgreifenden Veränderungen. Fachkräftemangel, Generationenwechsel und steigende Anforderungen bei begrenzten Ressourcen treffen auf veränderte Erwartungen von Mitarbeitenden an Führung, Beteiligung und Gestaltungsspielräume. MoVe greife diese Entwicklungen auf, indem Verantwortung gezielt dorthin verlagert wird, wo fachliche Kompetenz und Erfahrung verankert sind – näher an den pädagogischen Alltag der Einrichtungen.
„MoVe setzt genau hier an – nicht, weil etwas schlecht läuft, sondern weil vieles gut läuft und weiterentwickelt werden kann“, erklärt Projektmitarbeiterin Juliane Badeda. Ihre Kollegin Carolin Ottow ergänzt: „Das Projekt eröffnet die Chance, bewährte Praxis zu stärken, zu entlasten und für die Zukunft tragfähig aufzustellen.“
Kern des Projekts ist die Begleitung von 25 Kitas auf dem Weg zu noch stärker eigenverantwortlich arbeitenden Einrichtungen. Entscheidungen sollen dort getroffen werden, wo sie fachlich am sinnvollsten sind, und durch klare Mandate abgesichert werden, anstatt in dauerhaften Rückkopplungsschleifen zu verbleiben, erklärt Badeda. Teams werden darin unterstützt, Verantwortung zu übernehmen und ihre Gestaltungsspielräume zu nutzen. Dabei gehe es um einen Kulturwandel, der auf vorhandenen Ressourcen aufbaut und Bestehendes weiterentwickelt – nicht um einen Neuanfang bei null, so Badeda.
Ein besonderes Merkmal von MoVe ist der ganzheitliche Ansatz. Statt einzelner Maßnahmen setzt das Projekt auf eine kontinuierliche Begleitung mit Qualifizierung, Coaching und prozessbegleitender Unterstützung vor Ort für Leitungen und Teams. Der Entwicklungsprozess ist eng an den Kita-Alltag angebunden, lässt Raum zum Ausprobieren, Lernen und Nachjustieren und wird gemeinsam reflektiert. MoVe ist dabei ausdrücklich kein Top-down-Projekt, sondern ein gemeinsamer Entwicklungsprozess mit klarer Unterstützung durch das Projektteam und den Verband.
Für die teilnehmenden Einrichtungen bietet MoVe die Möglichkeit, die Arbeits- und Führungskultur mitzugestalten und gleichzeitig Entlastung durch klar geregelte Verantwortungsmodelle zu erfahren. Die im Projekt gewonnenen Erfahrungen sollen perspektivisch auch auf weitere Kitas ausstrahlen. MoVe schafft damit einen geschützten Rahmen, in dem Neues erprobt werden kann – professionell begleitet und gemeinsam getragen.
*Zum Hintergrund:
Der Europäische Sozialfonds (ESF) ist Europas wichtigstes Instrument zur Förderung von Beschäftigung und sozialer Integration in Europa. Deutschland erhält in der ESF-Förderperiode 2021-2027 rund 6,56 Mrd. Euro. Davon fließen rund 2,22 Mrd. Euro in das ESF Plus- Bundesprogramm und rund 4,34 Mrd. Euro in die ESF-Aktivitäten der Bundesländer. Weitere Informationen zum ESF finden Sie unter: www.esf.de.
Text & Foto: Christian Degener/AWO