Gemütliche Atmosphäre im neuen Gemeinschaftsraum mit Wohnküche: Pflegedienstleiterin Bettina Gottscholl (von links), die Mitarbeiterinnen Kerstin Jochim und Sylvia Hüpeden, Dr. Silke Lesemann, Vorsitzende der AWO Region Hannover, und Dirk von der Osten, Geschäftsführer der AWO Jugend- und Sozialdienste gGmbH, waren vor Ort.

Offenes Haus mit vielen Angeboten

Bolzum: Mehr als 80 Interessierte beim Tag der Offenen Tür im AWO Servicehaus - kostenfreie Tagespflege-Testwoche vom 16. bis 20. Dezember

Hannover/ Bolzum. Der Fußboden ist frisch verlegt, die Wände strahlen weiß und auch die Küche im großen Gemeinschaftsraum ist bereits eingebaut: Mehr als 80 Interessierte haben sich gestern bei einem Tag der Offenen Tür die neuen Räume der Tagespflege und Pflegewohngemeinschaft im AWO Servicehaus in Bolzum angesehen. Die Tagespflege nimmt am 6. Dezember ihren Betrieb auf, zwischen dem 16. und 20. Dezember bietet die AWO eine kostenfreie „Schnupperwoche“ an. „Hier können Interessierte testen, ob ihnen unser Haus und unsere Angebote gefallen“, sagte Dirk von der Osten, stellvertretender Geschäftsführer der AWO Region Hannover und Geschäftsführer der AWO Jugend- und Sozialdienste gGmbH, der die Besucher durch die neuen Räume führte. 

Die Tagespflege wird von Montag bis Freitag zwischen 8.30 Uhr und 16 Uhr angeboten. Dabei können pro Tag bis zu 15 Pflegegäste vom AWO Personal betreut werden. „Wenn jemand beispielsweise noch zuhause wohnt und in die Tagespflege gehen möchte, dann kann er sich bei uns anmelden“, erklärte Pflegedienstleiterin Bettina Gottscholl. Die Anzahl der Tage können die Gäste selbst festlegen, ebenso die Dauer. „Die Betreuung kann beim Frühstück beginnen und bis in den Abend reichen – je nach Wunsch“, so Gottscholl.

Die Gäste der Tagespflege erwarten kreative und kulturelle Angebote – abgestimmt auf ihre individuellen Bedürfnisse. Durch die Tagespflege sollen die Fähigkeiten der Teilnehmenden erhalten und verbessert werden, so dass sie so lange wie möglich in den eigenen vier Wänden wohnen können, aber dennoch Abwechslung haben. „Oft kommt der ambulante Pflegedienst morgens zu ihnen und anschließend sitzen sie den Tag über allein zuhause – die Tagespflege soll ihnen auch in der Zwischenzeit ein Zuhause mit vielen Angeboten und Kontakt zu anderen Menschen bieten“, erklärte von der Osten. „Unser Servicehaus ist nicht in sich geschlossen – es ist ein offenes Haus“ Die Tagespflege wird durch die Krankenkassen ab dem Pflegegrad 2 übernommen – die Teilnehmenden müssen dazu einen sogenannten Versorgungsvertrag abschließen.

Die ambulant betreute Pflegewohngemeinschaft im AWO Servicehaus mit Platz für zwölf ältere Menschen nimmt Mitte Januar ihren Dienst auf. Die seniorengerechten Wohnungen sind 15 Quadratmeter groß und mit einem kleinen Bad ausgestattet. Die Möbel für das Zimmer bringen die Bewohnenden selbst mit – die Pflegekasse stellt bei Bedarf jedoch ein Pflegebett, erklärte von der Osten. Gemeinschaftlich nutzbar sind ein großzügiger Flur mit Sitzgelegenheiten, ein Gemeinschaftsraum, eine große Wohn- und Essküche und Duschräume. „In der Küche können sich die Bewohnerinnen und Bewohner zum Kochen und Beisammensein treffen – im Garten sowie auf der Terrasse ebenfalls“, so von der Osten. Die Wohngemeinschaft richtet sich an Menschen mit Pflegebedarf ab Pflegestufe zwei. Doch welchen Vorteil bietet die Pflege-WG gegenüber der häuslichen Pflege? „Auch wenn ich die Tür schließe, weiß ich, dass jemand da ist, wenn ich Hilfe brauche. Das gibt ein Sicherheitsgefühl, das man Zuhause nicht unbedingt hat“, erklärte von der Osten. Außerdem könnten die Bewohnenden leicht an allen Aktivitäten im Haus teilnehmen. 

Zu den Angeboten gehören allgemeine Pflegetätigkeiten wie die tägliche Grundpflege, medizinische Pflege, die Organisation des Haushalts, die Tier- und Pflanzenpflege, Reinigung sowie Einkäufe. „Es wird rund um die Uhr eine Betreuungskraft vor Ort sein“, sagte von der Osten. Dabei werden die Pflegekräfte eng mit den Angehörigen zusammenarbeiten. „Anders als in Pflegeheimen ist die Teilnahme von Angehörigen am Leben der Bewohnenden ausdrücklich erwünscht“, betonte von der Osten.

Die elf seniorengerechten Wohnungen des AWO Servicehauses mit einer Größe von 45 bis 65 Quadratmetern werden in Kürze fertiggestellt und sind Ende Dezember bezugsfertig. Zu den ersten Bewohnenden gehört Harald Bernard aus Langenhagen-Engelbostel, der gemeinsam mit seiner Frau Monika einziehen wird. Das besondere: Auch seine Mutter Helga kommt mit: Sie wird eine rollstuhlgerechte Wohnungen beziehen. „Unser Sohn wohnt mit  seiner Frau in Bolzum. Sie sind auf das Angebot aufmerksam geworden. Das war ein glücklicher Zufall: So kann unsere Familie enger zusammenrücken“, sagte Bernard.

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