Region Hannover/ Hannover. Rund um den Internationalen Frauentag am 8. März setzt die AWO Region Hannover ein Zeichen für Gleichberechtigung, Solidarität und gesellschaftlichen Zusammenhalt. Unter dem Motto „Heute für morgen Zeichen setzen“ lädt sie zu Veranstaltungen ein, die Information, Austausch und gemeinsames Erleben miteinander verbinden. Für die AWO ist der Internationale Frauentag dabei weit mehr als ein symbolischer Aktionstag. Er ist ein Anlass, Errungenschaften der Frauenbewegung zu würdigen, auf bestehende Ungleichheiten aufmerksam zu machen und Frauen in ihrer Vielfalt sichtbar zu machen.
„Der Internationale Frauentag ist für uns ein wichtiger Moment, um sowohl über strukturelle Ungleichheiten zu sprechen als auch Frauen zu stärken und miteinander zu vernetzen“, sagt Pegah Metje, Frauenberaterin der AWO in Seelze und Garbsen. „Es geht darum, Räume zu schaffen, in denen Frauen Erfahrungen teilen, voneinander lernen und sich gegenseitig unterstützen können.“
Seit ihrer Gründung setzt sich die AWO für Frauenrechte ein – durch Beratung, Bildungsangebote, berufliche Förderung und konkrete Hilfe für Frauen, die von Armut oder familiärer Gewalt betroffen sind. Auch heute engagiert sich der Wohlfahrtsverband für Gleichstellung, Antidiskriminierung, intersektionalen Feminismus und konsequenten Schutz vor Gewalt. Als Träger sozialer Arbeit gestaltet die AWO gesellschaftliche Entwicklungen aktiv mit.
Rund um den 8. März organisiert die AWO Region Hannover deshalb verschiedene interne und öffentliche Veranstaltungen oder beteiligt sich an Aktionen in der Region. Ziel ist es, Begegnungen zu ermöglichen und Frauen zu stärken – etwa bei einer Steinmalaktion in Barsinghausen, im Rahmen der Frauenkulturtage in Sehnde oder bei einer Veranstaltung in Garbsen in Kooperation mit der Volkshochschule Hannover Land, der Stadt Garbsen und dem Mädchen- und Frauenzentrum Garbsen e. V.
Dort findet am 8. März von 14 bis 17 Uhr im Planetencenter der Volkshochschule Garbsen eine Veranstaltung unter dem Motto „Stark. Kreativ. Kulinarisch.“ statt. Besucherinnen erwartet ein vielfältiges Programm aus Austausch, Kreativität und praktischen Impulsen. „Uns ist wichtig, dass der Frauentag nicht nur ein Tag der Diskussion ist, sondern auch ein Tag der Begegnung und des gemeinsamen Erlebens“, sagt Pegah Metje. „Gerade solche Veranstaltungen schaffen Verbindung und stärken Gemeinschaft.“
Ein zentraler Bestandteil ist die Fotoausstellung „Starke Frauen am Werk“. Sie zeigt Frauen aus unterschiedlichen Lebens- und Arbeitsbereichen und erzählt ihre Geschichten. Die Ausstellung macht sichtbar, wie vielfältig weibliche Lebensrealitäten sind – und welche Wege Frauen gehen, um ihre Ziele zu erreichen.
Eine der porträtierten Frauen ist die pädagogische und therapeutische Malbegleiterin Tanja Repenning. Für sie ist kreatives Arbeiten ein Weg zur inneren Stärke: „Intuitives Malen ohne Leistungsanspruch und Erwartungen, als ‚Malspiel‘ in den Farben schwelgen, tut einfach gut und stärkt die inneren Kräfte.“ In ihrem Malraum schafft sie einen Ort zum Entspannen, Fühlen, Malen und Nachspüren.
Auch die 24-jährige selbstständige Fotografin Laura Schepers erzählt in der Ausstellung von ihrem Weg. Am Fotografieren schätzt sie besonders die Vielfalt und die Begegnungen mit Menschen: „Durch meine Kamera lerne ich jedes Mal neue Menschen und Lebensrealitäten kennen, zu denen ich sonst nie Zugang gehabt hätte.“ Wenn Menschen sich durch ihre Bilder gesehen fühlen und dadurch Stärke oder Schönheit in sich entdecken, sei das für sie der schönste Moment ihrer Arbeit.
Die Ausstellung zeigt außerdem die Geschichte von Diana Martins. Die 40-Jährige wollte schon als Kind Malermeisterin werden. Heute arbeitet sie im Handwerk und erfüllt sich damit einen langjährigen Wunsch. „Es ist für mich ein Riesenspaß, die Welt ein bisschen bunter zu machen“, sagt sie.
Neben der Ausstellung bietet die Veranstaltung auch praktische Impulse: In einem Workshop lernen Teilnehmerinnen einfache Techniken zur Selbstverteidigung, die helfen können, sich sicherer zu fühlen und selbstbewusst aufzutreten. Anschließend wird gemeinsam gekocht – bei einer kulinarischen Entdeckungsreise mit Fingerfood, die Raum für Gespräche und Begegnungen schafft.
Der Internationale Frauentag erinnert dabei auch daran, dass Gleichberechtigung trotz vieler Fortschritte noch längst nicht in allen Lebensbereichen erreicht ist. Frauen übernehmen weiterhin einen großen Teil der unbezahlten Care-Arbeit, sind häufiger von Armut betroffen und erleben häufiger Gewalt im häuslichen Kontext. Auch in der medizinischen Versorgung gibt es weiterhin geschlechtsspezifische Unterschiede.
„Diese strukturellen Ungleichheiten dürfen wir nicht aus dem Blick verlieren“, betont Pegah Metje. „Gerade deshalb ist es wichtig, dass Frauen Orte haben, an denen sie Unterstützung finden, Informationen erhalten und sich gegenseitig stärken können.“
Gleichzeitig sieht die AWO den Frauentag auch als Anlass, demokratische Werte und gesellschaftlichen Zusammenhalt zu betonen. Angesichts eines zunehmenden Rechtsrucks und antifeministischer Positionen, die Gleichstellungsrechte infrage stellen, sei es wichtiger denn je, Haltung zu zeigen.
„Demokratie, Menschenwürde und Geschlechtergerechtigkeit gehören untrennbar zusammen“, sagt Pegah Metje. „Der Frauentag erinnert uns daran, dass wir diese Werte immer wieder gemeinsam verteidigen und weiterentwickeln müssen.“
So verbindet der Tag kritische gesellschaftliche Perspektiven mit Begegnung, Inspiration und gemeinsamer Freude. Für die AWO Region Hannover ist der 8. März damit ein Tag des Engagements – und ein Tag, der Mut macht für eine Gesellschaft, in der alle Menschen sicher, frei und gleichberechtigt leben können.
Die Veranstaltung unter dem Motto „Stark. Kreativ. Kulinarisch.“ findet am Sonntag, 8. März, zwischen 14 und 17 Uhr in der vhs Hannover Land in Garbsen, Planetenring 35, statt.
Text: Christian Degener, Gaby Kujawa/AWO, Fotos: Christian Degener/ AWO (1), privat (1)