Region Hannover/Hannover. Der erste Vorbereitungskurs auf die Externenprüfung zur staatlich anerkannten Pflegefachassistenz im Zentrum für berufliche Bildung der AWO Region Hannover ist erfolgreich abgeschlossen worden. Für die Absolventinnen ist dieser Erfolg weit mehr als ein formaler Berufsabschluss – er ist Ausdruck von Anerkennung, persönlicher Entwicklung und neuer beruflicher Perspektiven.
Im Rahmen dieses Kurses des AZAV*-zertifizierten „Zentrums für berufliche Entwicklung“ bestand eine sehr enge Zusammenarbeit mit der AWO Jugend- und Sozialdienste gGmbH, einer Tochtergesellschaft der AWO Region Hannover. Wie Einrichtungsleiter Nick Chriss betont, bildete diese Kooperation die Grundlage für eine ausgesprochen erfolgreiche und praxisnahe Ausbildung. Der Erfolg spricht für sich: „Dieser Kurs zeigt, welches Potenzial in unseren Mitarbeitenden steckt, wenn man ihnen die richtigen Rahmenbedingungen bietet“, sagt Carolin Stolle, Leiterin des Fachbereichs Pflege und Wohnen im Alter bei der AWO Jugend- und Sozialdienste gGmbH. „Viele Mitarbeitende arbeiten seit langer Zeit in der Pflege, oft ohne anerkannten Berufsabschluss. Mit diesem Angebot geben wir ihnen die Möglichkeit, ihr Können sichtbar zu machen und beruflich weiterzukommen.“
Eine der Absolventinnen ist Jessica Kanzler, die seit zehn Jahren in der Pflege arbeitet. Für sie war der Moment des Bestehens etwas ganz Besonderes. „Ich bin stolz, dass ich das geschafft habe“, sagt Kanzler, die in der AWO Residenz Sehnde tätig ist. Besonders freut sie sich darüber, künftig mehr Verantwortung übernehmen zu können. „Dass ich jetzt auch als Schichtleiterin arbeiten darf, bedeutet mir sehr viel. Ich gehe mit einem ganz anderen Selbstbewusstsein in meinen Arbeitsalltag.“.
Auch für Ruth Obeng aus der AWO City Park Residenz Langenhagen war der Kurs eine intensive und prägende Zeit. „Mein größter Wunsch war es, mehr Wissen zu erwerben“, erklärt sie. „Ich wollte verstehen, warum wir bestimmte Dinge so machen und nicht anders.“ Durch die Weiterbildung habe sie fachlich enorm profitiert. „So kann ich meinen Beruf besser ausüben und fühle mich sicherer im Arbeitsalltag.“ Diese zusätzliche Sicherheit beschreibt auch Ariana Mesic aus der AWO Residenz Gehrden als einen der größten Gewinne der Qualifizierung. „Ich wollte mehr Fachwissen erwerben, weil mir das im Arbeitsalltag mehr Ruhe gibt“, sagt sie.
Carolin Stolle sieht genau darin den Kern des Angebots. „Es geht nicht nur um den Abschluss als Pflegeassistent*in an sich, sondern um fachliche Sicherheit, Selbstvertrauen und Perspektiven“, sagt sie. „Die Absolventinnen übernehmen ihre Aufgaben mit noch mehr Klarheit und Verantwortung – das ist für die Qualität der Pflege ein großer Gewinn.“
Der Vorbereitungskurs richtet sich an Pflegekräfte mit Hauptschulabschluss oder einem gleichwertigen Bildungsstand sowie mehrjähriger Berufserfahrung in der Pflege. Über fünf Monate hinweg wurden die Teilnehmenden in Teilzeit intensiv auf die Inhalte und Anforderungen der Nichtschülerprüfung vorbereitet. Der Unterricht fand an drei Tagen pro Woche statt und wurde von erfahrenen Dozentinnen und Dozenten begleitet. Ergänzend spielten auch berufliche Orientierung und Bewerbungsmanagement eine wichtige Rolle.
Auch für die Arbeitgeber sei die Fortbildung ein klarer Gewinn: Mit dem erfolgreichen Abschluss verfügen die Einrichtungen über mehr qualifizierte Fachkräfte. „Gerade vor dem Hintergrund des zunehmenden Fachkräftemangels ist dieses Angebot für uns sehr wichtig“, erklärt Carolin Stolle. „Wir qualifizieren Mitarbeitende, die bereits Teil unserer Einrichtungen sind, und stärken sie für die nächsten beruflichen Schritte.“ Dabei unterstützt die Arbeitsagentur den Arbeitgeber finanziell bei dieser Qualifizierung und erfolgreiche Absolventinnen profitieren zusätzlich von einer Prämie in Höhe von 1.500 Euro nach bestandener Prüfung.
Nach dem erfolgreichen Abschluss des ersten Durchgangs startet planmäßig am 18. Mai 2026 ein neuer Vorbereitungskurs und es gibt noch freie Plätze. Interessierte – auch externe Bewerberinnen und Bewerber sind herzlich willkommen – können sich bei der AWO Region Hannover beraten lassen, unter anderem zu Fördermöglichkeiten und zur Vereinbarkeit mit dem Beruf.
Weitere Informationen & Kontakt:
Nicholas Chriss
Zentrum für berufliche Entwicklung
Arbeiterwohlfahrt Region Hannover e.V.
Deisterstr. 85 A, 30449 Hannover
Tel.: 0511 21978-119
Mobil: 0179-2682869
nicholas.chriss@awo-hannover.de
* AZAV-Zertifizierung steht für Akkreditierungs- und Zulassungsverordnung Arbeitsförderung. Sie ist eine gesetzliche Voraussetzung in Deutschland, damit Bildungsträger und Weiterbildungsmaßnahmen von der Bundesagentur für Arbeit gefördert werden dürfen. Die AZAV regelt, wer und was mit öffentlichen Mitteln (z. B. Bildungsgutscheinen) gefördert werden darf.
Text & Fotos: Christian Degener/AWO