Gordon Braun, Vorstand der AWO Region Hannover.

AWO Region Hannover kritisiert AfD-„Kinderschutzkongress“ scharf

Vorstand Gordon Braun: „Wer Kinder wirklich schützen will, darf sich nicht von rechter Ideologie instrumentalisieren lassen.“

Region Hannover/ Hannover. Mit deutlichen Worten kritisiert die AWO Region Hannover den von der AfD geplanten „Kinderschutzkongress“, der morgen, 21. Juni 2025, im Niedersächsischen Landtag stattfinden soll. Die Veranstaltung, deren Agenda unter anderem Begriffe wie „Frühsexualisierung“, „Gender-Propaganda“ und „Pädophilie-Verharmlosung“ enthält, wird als ideologische Instrumentalisierung des Themas Kinderschutz zurückgewiesen. „Wer Aufklärung, Vielfalt und Fachwissen bekämpft, gefährdet Kinder statt sie zu schützen.“, erklärt Gordon Braun, Vorstand der AWO Region Hannover. „Es geht dieser Partei nicht um das Wohl von Kindern, sondern um die Verbreitung rechter Narrative und die Delegitimierung professioneller Kinderschutzarbeit.“

Die AWO unterstreicht, dass echter Kinderschutz eine gesamtgesellschaftliche und hochkomplexe Aufgabe ist – getragen von ausgebildeten Fachkräften in der Jugendhilfe, im Gesundheitswesen, in der Justiz und im Bildungssystem. „Kinderschutz bedeutet Schutz vor Gewalt, Vernachlässigung und Missbrauch – basierend auf wissenschaftlichen Erkenntnissen, interdisziplinärer Zusammenarbeit und gesetzlichen Grundlagen“, betont Braun.

Die Konzepte, die von der AfD diffamiert werden, seien in Wahrheit Ausdruck moderner Präventionsarbeit. Dazu zählt unter anderem geschlechtersensible Pädagogik, altersgerechte sexuelle Aufklärung und die Stärkung von Kindern gegen Übergriffe. Braun stellt klar: „Diese Arbeit folgt internationalen Standards und schützt Kinder tatsächlich. Wer das als ‚Gender-Propaganda‘ abtut, gefährdet aktiv den Kinderschutz.“

Zugleich warnt die AWO Region Hannover vor den gesellschaftlichen Folgen solcher Veranstaltungen: „Wenn Parteien wie die AfD den Begriff Kinderschutz für ihre politische Agenda vereinnahmen, dann untergraben sie das Vertrauen in Fachkräfte und torpedieren echte Schutzkonzepte“, so Braun weiter. „Das ist nicht nur unethisch, sondern brandgefährlich.“

Die AWO ruft alle Demokrat*innen dazu auf, sich gegen diese Vereinnahmung zu stellen. „Wir brauchen eine klare Haltung für eine offene, vielfältige und menschenrechtsbasierte Gesellschaft – und gegen die Instrumentalisierung von Kindern durch rechte Ideologien“, so Braun abschließend.

Demo:

Am morgigen Samstag, 21. Juni 2025, veranstaltet die AfD einen sogenannten „Kinderschutzkongress“ im Niedersächsischen Landtag. Aus diesem Grund ruft das Bündniss bunt statt braun Hannover, dem die AWO angehört, zu einer Demonstration unter dem Motto „Unser Regenbogen bleibt bunt!“ auf dem Hannah-Arendt-Platz in Hannover auf, die um 9 Uhr beginnt.

Gemeinsam mit Gewerkschaften, Kirchen, Parteien, Vereinen und Initiativen wollen wir ein klares Zeichen gegen rechtsextreme Einflussnahme auf
Bildungs- und Gesellschaftspolitik setzen und für eine offene, vielfältige und demokratische Gesellschaft eintreten.

Gemeinsam mit dem AWO Bezirksverband treffen wir uns um 8.30 Uhr an der Markthalle vor der Sparkasse.

Foto: Christian Degener/AWO

 

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