Seit 2006 unterstützt AktiWO ältere Menschen dabei, möglichst lange selbstbestimmt zu leben. Das Angebot gehört zur AWO Jugend- und Sozialdienste (JuS) gGmbH, dem Tochterunternehmen der AWO Region Hannover. Heute bilden der Hausnotruf und das Service-Wohnen die Schwerpunkte. Persönliche Betreuung, Sicherheit und Gemeinschaft stehen dabei im Mittelpunkt.
Region Hannover/ Hannover. Ein vertrautes Zuhause, schnelle Hilfe im Notfall und feste Ansprechpersonen: Seit mittlerweile 20 Jahren trägt AktiWO dazu bei, dass ältere Menschen ihren Alltag möglichst lange eigenständig gestalten können. Der Name steht für „Aktiv Wohnen“ und bringt das grundlegende Anliegen auf den Punkt.
„Selbstbestimmt zu leben bedeutet auch, selbst entscheiden zu können, welche Unterstützung man in Anspruch nehmen möchte“, sagt Alina Zerbe, stellvertretende Fachbereichsleiterin der AWO Jugend- und Sozialdienste (JuS) gGmbH. „Mit AktiWO schaffen wir Angebote, die Sicherheit geben und die die Eigenständigkeit der Menschen erhalten und fördern.“
Als AktiWO am 1. Juni 2006 startete, war das Angebot breit angelegt. Menschen ab 65 Jahren erhielten Beratung, Unterstützung und bei Bedarf schnelle Hilfe aus einer Hand. Die Mitarbeitenden vermittelten passende Angebote und standen als persönliche Ansprechpersonen zur Verfügung. Auch regelmäßige Telefonkontakte gehörten zum Konzept – für ein Gespräch, als Erinnerungshilfe oder um der Einsamkeit im Alltag etwas entgegenzusetzen.
„Schon in den Anfangsjahren ging es um weit mehr als die Vermittlung praktischer Hilfen“, erläutert AktiWO-Leiterin Caroline Funke. „Entscheidend war von Beginn an der persönliche Kontakt. Wir wollten wissen, was die Menschen tatsächlich benötigen, um ihren Alltag sicher und nach ihren eigenen Vorstellungen gestalten zu können. Dieser Ansatz prägt unsere Arbeit bis heute.“
Im Laufe der Jahre wurde das Angebot kontinuierlich weiterentwickelt und auf die beiden Schwerpunkte Hausnotruf und Service-Wohnen ausgerichtet.
Sicherheit auf Knopfdruck
Der Hausnotruf ermöglicht es älteren Menschen, weiterhin eigenständig in ihrer Wohnung zu leben. Über ein Notrufgerät können sie jederzeit Hilfe anfordern – beispielsweise nach einem Sturz oder bei plötzlichen Beschwerden. Rund 250 Hausnotrufanschlüsse betreut AktiWO heute im Stadtgebiet Hannover sowie in Sehnde, Laatzen und Umgebung.
„Für viele Menschen ist allein das Wissen eine große Entlastung, im Notfall jederzeit jemanden erreichen zu können“, sagt Funke. „Das gilt ebenso für die Angehörigen. Sie wissen, dass schnell reagiert werden kann, auch wenn sie selbst gerade nicht vor Ort sind.“
Zum Konzept gehören neben der technischen Ausstattung eine persönliche Betreuung und feste Ansprechpersonen. Mit dem kooperierenden Schlüsselhintergrunddienst können berechtigte und ausgebildete Helferinnen und Helfer im Notfall die Wohnung betreten, wenn die Bewohnerin oder der Bewohner die Tür nicht selbst öffnen kann.
Das Service-Wohnen wächst
Ein wichtiger Schritt in der Entwicklung von AktiWO war der Start des ersten Service-Wohnens in Sehnde im Jahr 2007. Dort wurde auch die Hausnotrufversorgung mit Schlüsselhintergrunddienst aufgebaut. Im Jahr 2010 kam die Service-Wohnanlage in Laatzen hinzu.
Seit 2019 betreut AktiWO außerdem die Mieterinnen und Mieter des AWO Servicehauses in Bolzum und organisiert dort regelmäßige Treffen. Im Juni 2024 übernahm AktiWO das Service-Wohnen Am Tiergarten in Hannover. Auch in den Gehrdener Wohnanlagen Thiemorgen und Neddernholz stellt AktiWO inzwischen den Hausnotruf sicher. Mit Care Living Gehrden entsteht derzeit ein weiteres Service-Wohnangebot für ältere Menschen.
Gemeinschaft als Teil des Konzepts
Service-Wohnen verbindet eine eigene barrierefreie Wohnung mit verlässlichen Unterstützungsangeboten und der Möglichkeit, am gemeinschaftlichen Leben teilzunehmen. Regelmäßige Treffen und Veranstaltungen schaffen Gelegenheiten für Begegnung, Bewegung und gemeinsame Aktivitäten. Welche Angebote sie wahrnehmen möchten, entscheiden die Bewohnerinnen und Bewohner selbst. „Das Service-Wohnen kann insbesondere der Einsamkeit im Alter entgegenwirken“, betont Zerbe. „Gemeinschaftsveranstaltungen fördern körperliche und kognitive Fähigkeiten, schaffen verlässliche Kontakte und stärken das Miteinander. Gleichzeitig bleibt die eigene Wohnung ein persönlicher Rückzugsort.“
Viele Menschen entscheiden sich frühzeitig für diese Wohnform, um ihren Alltag vorausschauend zu gestalten. Andere nehmen im Laufe der Zeit zusätzliche Unterstützung in Anspruch, wenn sich ihre Lebenssituation oder ihr gesundheitlicher Zustand verändert.
Für Caroline Funke liegt eine besondere Stärke von AktiWO deshalb in der langfristigen Begleitung: „Wir kennen viele unserer Kundinnen und Kunden über Jahre hinweg. Dadurch entsteht Vertrauen, und wir können Veränderungen frühzeitig wahrnehmen. Oft sind es die kleinen Dinge – ein Gespräch oder der regelmäßige Kontakt –, die einen großen Unterschied machen. Zu erleben, wie Menschen dadurch ihre Selbstständigkeit bewahren und sich zu Hause gut aufgehoben fühlen, macht diese Arbeit für mich jeden Tag aufs Neue wertvoll.“
Soziales Engagement über das Wohnen hinaus
Auch soziale Projekte gehörten in den vergangenen Jahren zur Arbeit von AktiWO. Von 2015 bis 2019 wurde in Hannover-Davenstedt die Gruppe „Aktiv mit Demenz“ angeboten. Darüber hinaus beteiligte sich AktiWO am Projekt „Kindern Demenz erklären“. Es sollte Kindern einen verständlichen Zugang zum Thema ermöglichen und das gegenseitige Verständnis innerhalb der Familien stärken.
In den vergangenen 20 Jahren sind neue Standorte und Angebote hinzugekommen – mit dem Ziel, älteren Menschen eine verlässliche, am individuellen Bedarf orientierte Unterstützung zu bieten.
„AktiWO zeigt, wie sich Selbstständigkeit, Sicherheit und Gemeinschaft miteinander verbinden lassen“, fasst Zerbe zusammen. „Wir möchten ältere Menschen nicht nur dann unterstützen, wenn bereits ein konkreter Hilfebedarf besteht. Wir wollen ihnen Möglichkeiten eröffnen, ihr Leben vorausschauend und nach ihren eigenen Vorstellungen zu gestalten.“
Redaktion & Fotos: Christian Degener/AWO