SPD-Oberbürgermeisterkandidat Axel von der Ohe hat die AWO Kita Voltmerstraße besucht. Seit acht Jahren kämpft die Einrichtung mit Feuchtigkeit und Schimmel. Eine laufende Teilsanierung soll Abhilfe schaffen – bringt im Alltag jedoch neue Belastungen mit sich.
Region Hannover/Hannover-Hainholz. Fast ein halbes Jahr lang musste während der Öffnungszeit ständig eine Mitarbeiterin oder ein Mitarbeiter am Eingang der AWO Kita Voltmerstraße stehen. Das elektronische Schließsystem funktionierte nicht zuverlässig, die Tür ließ sich zeitweise nicht ordnungsgemäß sichern. Damit weder Kinder unbemerkt das Gebäude verlassen noch fremde Personen hineingelangen konnten, musste das Team die Tür daher personell absichern. Die dafür eingesetzten Fachkräfte fehlten währenddessen in den Gruppen. Das Türproblem ist nicht die einzige Belastung für die Einrichtung. Seit acht Jahren kämpft die Kita mit Feuchtigkeit und Schimmel. Während die Kinder betreut werden, laufen in dem Gebäude in Hainholz Sanierungsarbeiten. Neue Fenster sind eingebaut und Teile der Fassade gedämmt worden. Doch noch immer sind nicht alle Arbeiten abgeschlossen, und manche der neuen Lösungen funktionieren im Alltag nur eingeschränkt.
Bei einem Rundgang durch die Einrichtung informierte sich Dr. Axel von der Ohe, Erster Stadtrat sowie Finanz-, Ordnungs- und Feuerwehrdezernent der Landeshauptstadt Hannover und SPD-Kandidat für das Amt des Oberbürgermeisters, über den Zustand des Gebäudes. Begleitet wurde er vom SPD-Bundestagsabgeordneten Adis Ahmetović sowie von Daryoush Danaii, Bezirksratskandidat der SPD Hannover-Nord, Robert Nicholls, SPD-Ratsherr und Bezirksratsherr im Stadtbezirk Nord, Edeltraut Geschke, Bezirksratsmitglied und Spitzenkandidatin der SPD für den Bezirksrat, und Mathias Heß, SPD-Kandidat für die Regionsversammlung. Empfangen und durch die Einrichtung geführt wurde der Besuch aus der Politik von Dirk von der Osten, Vorstandsvorsitzender der AWO Region Hannover, und Einrichtungsleiterin Daniela Dubies.
Im Mittelpunkt stand ein Problem, das die Kita bereits seit Jahren begleitet. Immer wieder sei Feuchtigkeit in das Gebäude eingedrungen, berichteten von der Osten und Dubies. Das Gebäude stammt aus den späten 1960er-Jahren und wurde bislang nicht grundlegend saniert. „Wir haben in der Kita seit Jahren ein Schimmelproblem“, sagte von der Osten. „In dieser Zeit wurde immer wieder provisorisch etwas gemacht. Es wurden Raumentfeuchter und Filter aufgestellt, um die Schimmelsporen aus der Luft zu bekommen. Seit dem vergangenen Sommer wird nun saniert. Die Arbeiten gehen jedoch nicht in dem Tempo voran, das wir erwarten und das uns zugesagt wurde.“
Die Geräte sollten die Belastung in den Räumen verringern, konnten aber keine dauerhafte bauliche Lösung ersetzen. Teilweise mussten Bereiche gesperrt werden. Für das Team bedeutete dies, die pädagogische Arbeit immer wieder an die verfügbaren Räume anzupassen. Gleichzeitig musste die Betreuung der Kinder verlässlich weitergehen. Seit Juli vergangenen Jahres wird das Gebäude abschnittsweise saniert. Auf der Westseite wurden eine neue Dämmung angebracht und die Fenster ausgetauscht. Die Arbeiten seien wichtig und überfällig, sagte Einrichtungsleiterin Dubies und betonte: .„Die Sanierung bringt im laufenden Betrieb aber unheimlich viel Unruhe und organisatorischen Aufwand mit sich.“
Wie stark selbst einzelne technische Details den Alltag erschweren können, zeigt sich auch an den neuen Fenstern. Die zum Öffnen benötigte Kurbel befindet sich teilweise in einem anderen Raum. Wer lüften möchte, muss sie zunächst holen, am Fenster ansetzen und dieses anschließend aufkurbeln. Was zunächst wie eine Kleinigkeit klingt, ist im laufenden Kita-Betrieb umständlich und wenig praktikabel.
Während des Rundgangs ließen sich von der Ohe und Ahmetović weitere Mängel und bereits ausgeführte Arbeiten zeigen. Dabei ging es unter anderem um Risse, Leitungen und Heizkörper, um die neuen Fenster sowie um Schäden, die im Zuge der Arbeiten sichtbar geworden waren. Die Mitarbeitenden berichteten zudem von Nacharbeiten, die nach einzelnen Bauabschnitten notwendig geworden seien.
Von der Ohe fragte nach den Auswirkungen auf den pädagogischen Alltag, nach der Gruppenstruktur und nach der Zusammenarbeit mit den zuständigen Stellen der Stadt. In der Kita werden derzeit 65 Kinder betreut: 15 Kinder im Alter von 18 Monaten bis drei Jahren besuchen die Krippengruppe, weitere 50 Kinder werden in zwei Kindergartengruppen betreut. Die Einrichtung ist unmittelbar an eine Grundschule angegliedert und seit vielen Jahren fest im Stadtteil Hainholz verankert.
Der Rundgang machte deutlich, dass der bauliche Zustand einer Kita nicht losgelöst von ihrer pädagogischen Arbeit betrachtet werden kann. Wenn Räume nicht oder nur eingeschränkt genutzt werden können, technische Anlagen ausfallen oder Mitarbeitende zusätzliche Sicherungsaufgaben übernehmen müssen, wirkt sich dies unmittelbar auf die Betreuung aus. Zugleich müssen die Fachkräfte den Kindern auch während einer Sanierung einen möglichst verlässlichen und vertrauten Alltag ermöglichen.
Im Gespräch ging es deshalb auch um die grundsätzliche Frage, wie Sanierungen von Kindertagesstätten schneller und verlässlicher organisiert werden können. Gerade Einrichtungen freier Träger übernehmen einen erheblichen Teil der Kinderbetreuung in Hannover. Von der Ohe hat in seinem politischen Programm einen Sonderfonds für Kitas freier Träger mit einem Volumen von 50 Millionen Euro über zehn Jahre angekündigt. Zudem will er das städtische Gebäudemanagement stärken und Bauvorhaben durch eine kommunale Baugesellschaft schneller umsetzen.
Für die AWO ist entscheidend, dass auf Ankündigungen verbindliche Zeitpläne und eine kontinuierliche Begleitung der Arbeiten folgen. „Es geht hier um eine Kindertageseinrichtung“, betonte von der Osten. „Kinder und Mitarbeitende brauchen Räume, die sicher und gesundheitlich unbedenklich sind. Eine Sanierung darf sich deshalb nicht über Jahre hinziehen.“
Der Besuch endete mit dem Eindruck einer Einrichtung, deren Team trotz schwieriger Bedingungen den Betrieb aufrechterhält und den Kindern einen verlässlichen Alltag bietet.
Redaktion & Fotos: Christian Degener/AWO