Mit und durch Musik kommunizieren: Der Musiker Omid Bahadori hat die Workshops geleitet, hier mit den teilnehmenden Kindern aus dem AWO Familienzentrum Freudenthalstraße und Projektinitiatorin Saskia Tan.

Und, welches Lied sprichst du?

Wenn Sprache und Musik gemeinsam den Ton treffen: Werkstattprojekt für Kitakinder im Stadtteil Stöcken

Region Hannover/Hannover-Stöcken. Konzentrierte Ruhe im Gruppenraum: Die Kinder sitzen im Halbkreis auf dem Boden und schauen auf Omid Bahadori, der nach und nach die Drumsticks verteilt. Die fünfjährige Rana neben ihm nimmt den Stick mit der linken Hand an, wechselt ihn in die rechte Hand und übergibt ihn an das neben ihm sitzende Kind. So geht es weiter, bis jedes Kind zwei Drumsticks in den Händen hält. „Nach einer Woche Workshoparbeit kennen die Kinder den Ablauf und sind konzentriert dabei“, sagt der Musiker, der im Rahmen des Projekts „Und, welches Lied sprichst du“ im Familienzentrum Freudenthalstraße der AWO Region Hannover zu Besuch war.

Das im Stadtteil angesiedelte Werkstattprojekt fand in Kooperation mit dem Stadtteilzentrum Stöcken statt und wurde mit 6 000 Euro von der Landeshauptstadt Hannover gefördert. Beteiligt waren neben dem AWO Familienzentrum Freudenthalstraße, die AWO Kita Eichsfelder Straße, das Familienzentrum Baldenius und das Familienzentrum Corvinus. Jeweils eine Woche lang beschäftigten sich die Kinder in den vier Einrichtungen mit dem Thema Sprache und Musik und lernten, mit und durch Musik zu kommunizieren. „Mit Omid Bahadori haben wir jemanden für das Projekt gefunden, der Musik und Sprache verbindet und über langjährige Erfahrungen in der musikalischen Bildungsarbeit mit Kindern verfügt“, freut sich AWO Mitarbeiterin und Projektinitiatorin Saskia Tan.

Die Rucksack-Fachkraft, betont die wissenschaftlich belegte Wirkung von Musik in der Sprachbildung: „Wer seine musikalischen Fähigkeiten ausbaut und trainiert, verbessert auch seine sprachlichen Fähigkeiten und erweitert seinen Wortschatz.“  Auch das Gemeinschaftsgefühl werde gestärkt, denn Musik sei die gemeinsame Sprache aller, sagt Tan. In den teilnehmenden Einrichtungen kommen viele mehrsprachige Kinder mit diversen Erfahrungshintergründen. Ein großer Teil der Familien im Einzugsgebiet habe oft keinen Zugang zu regelmäßigen musikalischen Aktivitäten. „Mit dem Projekt ermöglichen wir den Kindern eine gleichberechtigte Teilhabe ohne musikalische Vorkenntnisse“, betont Tan.

Vor anderen stehen, sprechen, singen und auf der Bühne mitwirken: „All diese Erfahrungen stärken die Kinder in ihrer persönlichen Entwicklung und zeigen, wie Sprache und Musik zusammenwirken“, ergänzt Bahadori. Es sei schön zu beobachten, wie sich die Kinder im Laufe der Woche entwickeln.

Zum Abschluss des Projekts präsentierten alle teilnehmenden Kinder in einer gemeinsamen Werkschau im Stadtteilzentrum Stöcken was sie in den Workshops gelernt haben und zeigten eindrucksvoll, wie die Verbindung von Sprache und Musik wirkt. Das gemeinsame Erleben und Präsentieren stand dabei im Vordergrund. „Es ist ein Wir-Gefühl unter den beteiligten Einrichtungen entstanden, das wir im Stadtteil weiter ausbauen wollen“, sagt Catharina Seifen, Koordinatorin des AWO Familienzentrums Freudenthalstraße.

Text & Foto: Gaby Kujawa/AWO

 

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