Die prekäre Wohnungsmarktsituation ist gerade für Frauen ein Problem, da sie immer noch weniger verdienen als Männer oder manchmal sogar kein eigenes Einkommen erwirtschaften.

Mehr Unterkünfte für mittellose Frauen schaffen

AWO macht auf den Zusammenhang von häuslicher Gewalt und drohender Obdachlosigkeit betroffener Frauen aufmerksam

Hannover/Region. Anlässlich des Internationalen Frauentags am 8. März weist die AWO Region Hannover auf ein immer häufiger auftretendes Problem hin. „Wir beobachten in unseren Einrichtungen, dass Frauen, die Opfer von häuslicher Gewalt geworden sind, zunehmend von Obdachlosigkeit bedroht sind“, betont AWO Fachbereichsleiterin Ute Vesper. Denn Notunterkünfte und spezielle Angebote für Frauen seien häufig überfüllt und günstiger Wohnraum stehe für die Betroffenen auf dem angespannten Wohnungsmarkt kaum zur Verfügung.

Diese Problemlage sei auch im AWO Frauenhaus immer deutlicher zu spüren, sagt Einrichtungsleiterin Lydia Pfeiffer. Während im Jahr 2018 noch 116 Frauen am Telefon, aufgrund primärer Obdachlosigkeit und keiner Bedrohung oder Erleben von Gewalt, abgelehnt werden mussten, waren es im Jahr 2019 bereits 136 Frauen. „Die prekäre Wohnungsmarktsituation ist gerade für Frauen ein Problem, da sie immer noch weniger verdienen als Männer oder manchmal sogar kein eigenes Einkommen erwirtschaften“, so Pfeiffer. „Frauen finden keine eigene Wohnung, die für sich und ihre Kinder bezahlbar sind“, bestätigt auch AWO Mitarbeiterin Katharina Krüger, die in der AWO Frauenberatungsstelle in Seelze und Garbsen mit diesen Problemen täglich konfrontiert wird. Sie seien häufig vom Mann abhängig und hätten wenig oder kein Einkommen, von dem sie sich eine eigene Wohnung leisten könnten.

„Durch diese Spirale von Gewalt, mangelndem Einkommen und Wohnungsmarktsituation bleibt für viele Frauen immer noch oft nur der Entschluss, in der Beziehung und der räumlichen Nähe zum Gewalttäter zu bleiben, um nicht auch noch das Dach über dem Kopf zu verlieren“, sagt Vesper. Der Anstieg der obdachlosen Frauen zeige deutlich, dass hier ein enormer Bedarf besteht, günstigen Wohnraum zu schaffen und mehr Unterkünfte für mittellose Frauen einzurichten.

Zum Hintergrund:
Die Angebote des Fachbereichs Frauen der AWO Region Hannover richten sich an Frauen, die bedroht oder von häuslicher Gewalt betroffen sind und Beratung, Unterstützung und Schutz in Krisensituationen benötigen. Die AWO ist Träger verschiedener Frauenberatungsstellen, eines Frauenhauses und stellt den Frauen nach dem Auszug aus dem Frauenhaus Übergangswohnungen zur Verfügung.

Kontakt Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Gaby  Kujawa
Wilhelmstraße 7
30171 Hannover
Tel. 0511 8114-261
Fax: 0511 8114-250
E-Mail
Christian Degener
Wilhelmstraße 7
30171 Hannover
Tel. 0511 8114-259
Fax: 0511 8114-250
E-Mail
Beitrag teilen:
Stromspar-Check entlastet wieder Einkommensschwache

Stromspar-Check entlastet wieder Einkommensschwache Die Beratungen im Stromspar-Check gehen weiter. Nachdem sie coronabedingt unterbrochen waren, nehmen die AWO Region Hannover und die Klimaschutzagentur Region Hannover, das Angebot wieder auf. Es richtet sich an einkommensschwache Haushalte, die ihren Stromverbrauch und damit ihre Kosten clever nach...

Schuldnerberater fordern grundlegende Hilfe für in Armut lebende Kinder

Schuldnerberater fordern grundlegende Hilfe für in Armut lebende Kinder 21 Prozent aller Kinder in Deutschland leben in Armutsverhältnissen. In der Region Hannover beziehen rund ein Viertel der Familien Sozialleistungen nach Hartz IV. Kommt es zur Überschuldung übertragen sich die Sorgen und Probleme der Eltern auch auf die Kinder. Deshalb...

AWO Familienbildung in Corona-Zeiten: Eltern freuen sich über die Angebote

AWO Familienbildung in Corona-Zeiten: Eltern freuen sich über die Angebote „Wir sind traurig darüber, dass wir die vielen Eltern und Kinder im Moment nicht treffen können“, sagt Beate Kopmann, Leiterin der Familienbildung der AWO Region Hannover. Die Angebote für die Kinder und Eltern in den verschiedenen Stadtteilen werden wegen der...

Suche
Coronavirus: Aktuelle Informationen aus unseren Einrichtungen.Weitere Informationen
+