„Erinnerung an meine Heimat“

Ausstellung zeigt Bilder und Tonarbeiten geflüchteter Frauen

Hannover/Linden. Heimat, Schutz, Freiheit: Mit diesen Themen haben sich zehn geflüchtete Frauen drei Monate lang künstlerisch und kreativ auseinandergesetzt. Sie alle sind Teilnehmerinnen des Projekts „Kreative Tonarbeiten und Malen für geflüchtete Frauen“ der AWO Region Hannover, das sich speziell an Frauen mit Kindern richtet. Dazu sind die Frauen aus Lehrte einmal in der Woche in die Kunstschule KunstWerk e.V. nach Hannover gefahren und haben dort verschiedene Kunsttechniken kennengelernt, Bilder gemalt, Figuren modelliert oder aus Speckstein geschliffen. Das Besondere an dem von der Stadt Lehrte finanzierten Projekt: Die Kinder der Frauen wurden während der Zeit vor Ort betreut.

Während des Projektzeitraums sind viele kleine Kunstwerke entstanden, die das AWO Beratungszentrum für Integrations- und Migrationsfragen (BIM) im Rahmen der Internationalen Wochen gegen Rassismus in einer Ausstellung zeigt. „Kunst ist ein Weg, um seine Gefühlswelt ausdrücken zu können“, sagte AWO Vorsitzende Dr. Silke Lesemann am 14. März 2018 bei der Eröffnung der Ausstellung. Kunst verbinde Menschen und sei eine Möglichkeit für eine nicht verbale Kommunikation. „Mit dem Projekt haben wir den Frauen die Möglichkeit gegeben, aus dem Alltag herauszukommen und stückweise die zum Teil traumatische Vergangenheit zu bearbeiten“, betonte Lesemann.

„Jede Frau hat ihre eigene Geschichte mitgebracht“, sagte Projektleiterin Irene Kampczyk von KunstWerk. Sich beschützt fühlen, angekommen sein – die Teilnehmerinnen haben ihre Gefühle und Erfahrungen künstlerisch in Form von Bildern, Miniaturwelten, Figuren aus Speckstein und Ton umgesetzt. „Ein Haus mit Dach, Maria mit ihrem Kind, ein Vogel – Ausdrucksweisen, die für sich sprechen“, so Kampczyk.

„Die Frauen sind zu einer richtigen Gruppe zusammengewachsen“, freut sich AWO Mitarbeiterin Carina Görzen, die die Teilnehmerinnen während des Projektes begleitet hat. „Sie haben sich gegenseitig unterstützt oder Mut zugesprochen, wenn bei einem Kunstwerk ein Stück Speckstein abgebrochen ist, und hatten viel Spaß miteinander. „Ich hätte nie gedacht“, dass ich das kann“, sagte Sewe Kassim Ali und zeigte stolz ihr Kunstwerk „Süßer Vogel“, den sie aus Holz und Stein gefertigt hat.

Musikalisch begleitet wurde die Veranstaltung von Saleh Kazimi, einem Flüchtling aus Afghanistan, der in seiner Heimat als Musiklehrer gearbeitet hat.

Die Ausstellung ist noch bis zum 29. März 2018 im Beratungszentrum für Integrations- und Migrationsfragen, 2. Etage, Raum 13, Deisterstraße 85, 30449 Hannover-Linden (Ahrbergviertel) zu besichtigen.

Die Teilnehmerinnen des Projekts „Kreative Tonarbeiten und Malen für geflüchtete Frauen“ mit Projektleiterin Irene Kampczyk (hintere Reihe rechts) Die Frauen sind aus Lehrte einmal in der Woche mit ihren Kindern in die Kunstschule nach Hannover gefahren.

„Ich hätte nie gedacht“, dass ich das kann“, sagt Sewe Kassem Ali und zeigt stolz ihr Kunstwerk „Süßer Vogel“, den sie  aus Holz und Stein gefertigt hat.

Maria mit Kind – eine Ausdrucksweise, die für sich spricht.

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