Freuen sich über großzügige und farbenfroh gestaltete Räume: Leiterin Sabina Graß-Cremerius (rechts) und ihre Stellvertreterin Jennifer Tomas.

AWO Kita liegt im Plan

Uetze: Einrichtung soll am 1. September Betrieb aufnehmen/ weiterhin Personal gesucht

Region Hannover/ Uetze. „Wir können täglich Fortschritte sehen“, freut sich Sabina Graß-Cremerius, Leiterin der neuen Kita Schapers Kamp der AWO Region Hannover in Uetze, bei einem Rundgang durch die Räume. Die fünfgruppige Kindertagesstätte mit zwei Krippen- und drei Kindergartengruppen sowie zusätzlichen Räumlichkeiten für das geplante Familienzentrum soll ihren Betrieb am 1. September aufnehmen – und sie werde derzeit öfter von den Eltern nach dem Stand des Baus gefragt. „Wir liegen bei der Eröffnung im Zeitplan“, betont Graß-Cremerius.

Wie bereits berichtet, investiert die AWO dort insgesamt mehr als 4,1 Millionen Euro. Derzeit verlegen die Handwerker den Fußboden, die Elektrik ist bereits größtenteils installiert, die Wände gestrichen und an den Sanitäranlagen wird auch gerade fleißig gearbeitet. „Kinder, Mitarbeitende und Eltern können sich auf eine schöne, helle Kita mit großzügig gestalteten Räumen freuen“, sagt Jennifer Tomas, stellvertretende Leitung der Kita. In dem zweigeschossigen Bau befinden sich unten fünf Funktionsräume plus die Cafeteria und sechs Räume plus einen großzügigen Flur oben. Die Krippe ist im Erdgeschoss untergebracht, die Kita im Obergeschoss. Der Betrieb startet zunächst mit 40 Kindern im ersten Kita-Jahr: 25 in der Kita und 15 in der Krippe. Später soll die AWO Einrichtung 105 Kinder betreuen. Die Betreuungszeit liegt zwischen 8 und 16 Uhr und wird von der Gemeinde Uetze festgelegt – sie richtet sich nach den Arbeitszeiten der Eltern. „Wir sind eine Ganztagseinrichtung und es gibt auch schon Wünsche nach einem Frühdienst mit Betreuung ab 7 und 7.30 Uhr“, sagt die Leiterin.

17 Fachkräfte werden die Jungen und Mädchen im Alter von 1 bis 6 Jahren pädagogisch begleiten. Aufgrund des Fachkräftemangels bei Erzieher*innen und sozialpädagogischen Assistent*innen gestalte sich die Stellenbesetzung derzeit nicht einfach. „Wir suchen noch weitere Fachkräfte. Interessierte können sich gern bewerben“, so Graß-Cremerius. Sie sei aber guter Dinge, dass die freien Stellen alle besetzt werden können. Die AWO sei ein attraktiver Arbeitgeber: Eine sehr gute tarifliche Vergütung mit Hannover-Zulage wie bei der Stadt Hannover erwarte die pädagogischen Fachkräfte ebenso wie eine betriebliche Altersversorgung, ein Job-Ticket, ein Radleasing, regelmäßige Fortbildungen und Aufstiegsmöglichkeiten. Das Team kommt bereits Mitte August zusammen, um den Start vorzubereiten.

Reinigungskräfte und zwei Mitarbeitende in der Küche ergänzen das Team. Teile des Essens werden angeliefert, der Rest frisch zubereitet – so wie in den anderen Einrichtungen in der Gemeinde Uetze auch. „Wir nennen es Mischküche“, sagt Tomas. Grundsätzlich sei die Küche so ausgestattet, dann man alles vor Ort selbst kochen könnte. Die Cafeteria befindet sich im unteren Bereich der Einrichtung. Es wird ein sogenanntes „rollendes Mittagessen“ angeboten. Die Kinder können innerhalb eines festen Rahmens selbst entscheiden, wann, mit wem, was und wieviel sie essen wollen.

Selbstbestimmung sei ein wichtiger Aspekt in der modernen Pädagogik der AWO Kita. „Die Kinder müssen nicht mehr zu einem bestimmten Zeitpunkt schlafen, sondern wenn sie sich selbst dafür entscheiden, weil sie müde sind“, betont Graß-Cremerius. Dies ist Teil des pädagogischen Konzeptes der Offenen Arbeit: Die Kinder können sich innerhalb der Einrichtung frei bewegen. Jedes Kind ist einer Pädagogin oder einem Pädagogen zugeordnet und die pädagogischen Fachkräfte arbeiten nach dem sogenannten Situationsansatz, bei dem die Fähigkeiten und der Entwicklungstand der Kinder individuell betrachtet und sie gemäß ihren Stärken und Kompetenzen gefördert werden. „In den Vorgesprächen mit den Eltern habe ich gemerkt, wie sehr sie an den pädagogischen Inhalten interessiert sind.“

Die Einrichtung ist außerdem ein Familienzentrum, das sich nach außen in die Kommune öffnet – mit Angeboten für alle Menschen in Uetze. „Wir haben schon viele Vorschläge und Wünsche erhalten. Das Interesse an zusätzlichen Familienangeboten ist groß“, berichtet die Leiterin. Eine extra dafür eingestellte Koordinatorin wird die Organisation übernehmen; angedacht sind Vorträge zu Themen rund um die Erziehung und Familienbildung, aber auch Sportangebote. Auch Vereine vor Ort dürfen die Räumlichkeiten ebenso nutzen.

Die gesamte Kita ist modern und zeitgemäß ausgestaltet – auch beim Thema Energieversorgung. „Die Kita wird energieeffizient: Eine Wärmepumpe zum Heizen wird auf dem Außengelände installiert und eine Solaranlage produziert einen Großteil des dafür benötigten Stroms“, berichtet die Leiterin. Die Kita verfügt außerdem über einen sehr guten Schallschutz. „Das ist wichtig für uns Mitarbeitenden, da es in einer Kita naturgemäß sehr laut zu geht“, betont Graß-Cremerius. Zur modernen Ausstattung gehöre außerdem schnelles Internet in allen Räumen. „Wir arbeiten mit Tablets und kommunizieren per App mit den Eltern“, erläutert Tomas. Dies vereinfache die Kommunikation – so können die Eltern beispielsweise schnell über die App schreiben, wenn Ihr Kind krank ist und nicht in die Kita kommen kann, statt auf dem Festnetztelefon anzurufen, das vielleicht besetzt ist. Auch der Speiseplan ist über die App einzusehen.

Draußen wird die Kita ebenfalls gut ausgestattet sein: Für die Außenspielfläche, die im Herbst fertiggestellt sein soll, stehen über 2500 Quadratmeter zur Verfügung. „Wir freuen uns auf eine großzügige und kindgerechte Spiel- und Lernlandschaft mit Klettergerüsten, Schaukeln und einer hügelig modellierten Bobbycarbahn“, so Graß-Cremerius.

Text & Fotos: Christian Degener/AWO

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