Hannover/Kronsberg-Bemerode. Den passenden Beruf finden, einen Praktikumsplatz suchen oder den nächsten schulischen Schritt planen: Dabei unterstützen die Ausbildungslotsen der AWO Region Hannover seit Februar 2015 Jugendliche an der IGS Kronsberg. Seit August ergänzt das Projekt „Startklar“ diese Arbeit um eine intensivere sozialpädagogische Begleitung. Mit Marius Klinger und Sina Bannasch stehen den Schülerinnen und Schülern nun zwei Lotsen vor Ort zur Seite.
Bei einem gemeinsamen Austausch am 30. September berichteten die beiden von ihren ersten Erfahrungen. Teilgenommen haben Schulleiterin Kathleen Fleer, Sebastian Marx aus dem Bereich Berufsorientierung, Katharina Goethe von der Region Hannover, Hans-Ulrich Koch von der Agentur für Arbeit und Elena Richert vom Jobcenter Region Hannover. Für die AWO waren außerdem der Vorsitzende Dirk von der Osten und Sabine Johannes, stellvertretende Fachbereichsleitung Qualifizierung, Bildung und Teilhabe, dabei.
Unterstützung, die bei der Lebenssituation ansetzt
Die Ausbildungslots*innen begleiten Jugendliche der Jahrgänge acht bis zehn mit Angeboten zur Berufsorientierung, Bewerbungstraining und Unterstützung bei der Praktikums- und Ausbildungssuche. „Startklar“ setzt dort an, wo persönliche, soziale oder psychische Belastungen es Jugendlichen erschweren, sich mit ihrer beruflichen Zukunft auseinanderzusetzen. Die Startklarlots*innen unterstützen, beraten und aktivieren einzelne Schüler*innen, die im Schulsystem sonst schwer zu erreichen sind. Individuelle Gespräche, Elternarbeit und die Vermittlung weiterer Unterstützung sollen helfen, zunächst Hürden zu bearbeiten. Auch eine Nachbetreuung nach dem Übergang gehört zum Angebot.
Beide Aufgaben werden von denselben Ansprechpersonen übernommen. Jugendliche können sich dadurch mit unterschiedlichen Anliegen an die Lotsen wenden und müssen für zusätzliche Unterstützung keine neue Beratungsbeziehung aufbauen. Die enge Zusammenarbeit mit Schulsozialarbeit, Lernbegleitungen und Berufsberatung unterstützt diesen Ansatz.
Erste Erfolge bei der Praktikumssuche
Bereits in den ersten Wochen halfen die Lots*innen Jugendlichen, noch fehlende Praktikumsplätze zu finden. Ein Schüler erhielt einen Platz in einer Kfz-Werkstatt – seinem gewünschten Berufsfeld. Weil er noch wenig Deutsch spricht, begleitete ihn eine weitere AWO-Mitarbeiterin an der Schule zum Betrieb und unterstützte beim Übersetzen. Marius Klinger erzählt, welchen Stellenwert die Unterstützung für den Schüler und Familie hat: „Als Dank haben wir einen Kuchen bekommen.“ Das neue Lernkonzept der IGS Kronsberg eröffnet zugleich Möglichkeiten, Berufsorientierung flexibler in den Schulalltag einzubinden. In den jahrgangsübergreifenden Lern-WGs bieten die Lotsen Gruppenangebote für einzelne Jahrgänge an. Daraus entstehen erste Kontakte und anschließend häufig persönliche Beratungsgespräche. Ein festes Büro macht die beiden im Schulalltag erreichbar.
Weitere Einblicke in die Berufswelt geplant
Für März bereiten die Lotsen eine schulinterne Berufsmesse vor. Auch Einblicke in Berufsfelder mithilfe von VR-Brillen und weitere Kontakte zu Betrieben sind geplant. Gemeinsam mit der IGS Kronsberg werden Möglichkeiten für flexiblere Praktikumszeiten geprüft, um Interessen der Jugendlichen und Kapazitäten der Unternehmen besser zusammenzubringen.
Das Projekt Ausbildungslots*innen wird gemeinsam von der Region Hannover und der Agentur für Arbeit finanziert. Das Jobcenter Region Hannover finanziert die ergänzende Unterstützung durch „Startklar“. An der IGS Kronsberg wird der bisherige Stellenumfang dadurch verdoppelt. Ziel ist es, Jugendliche frühzeitig zu erreichen und sie entsprechend ihrer individuellen Lebenssituation auf dem Weg in Ausbildung und Beruf zu begleiten.

