Pascal Frieling arbeitet als Erzieher in der AWO Kita Freytagstraße.

„Der Job gibt ganz viel zurück“

Beruf Erzieher: Pascal Frieling musste gegen Vorurteile ankämpfen

Region Hannover/ Hannover-Südstadt. Das ist doch ein Beruf für Frauen! Vorurteilen wie diesen begegnet Pascal Frieling öfter, wenn er erzählt, dass er als Erzieher in einer Kita arbeitet. Es werde jedoch weniger. „Die gesellschaftlichen Vorurteile haben aber damals dazu geführt, dass ich bei meiner Berufswahl verunsichert war und mir die Entscheidung schwer fiel“, sagt der 26-Jährige, der in der AWO Kita Freytagsstraße in der Südstadt arbeitet. Heute, acht Jahre später, ist er froh, dass er sich nicht beeinflussen lassen hat. „Ich liebe meine Arbeit.“

Tatsächlich ist er derzeit der einzige Erzieher in seiner Einrichtung. „Es fühlt sich irgendwie besonders an und ich habe mich daran gewöhnt“, sagt er und lacht.  Von den Eltern der Kita sei er herzlich aufgenommen worden „Endlich mal ein Mann“, habe er häufiger von ihnen gehört. Für sie zähle ohnehin vor allem, wie er und seine Kolleginnen ihren Job machen – wie gut sie mit ihren Kindern arbeiten. Die Arbeit am Kind sei auch das, was er am liebsten an seinem Job mag. „Es ist schön zu sehen, welche Fortschritte sie über die Jahre in unserer Einrichtung machen“, so Frieling. 

„Wollen wir ein Buch lesen“, fragt der Erzieher in die Runde. Es dauert nicht lange, da ist er umringt von zwei Jungen und einem Mädchen. „Ok, super – was wollt Ihr lesen?“ Diese Frage ist schnell beantwortet – der 5-jährige Leonard sich das Bilderbuch „Tierisch was los! Zählen, suchen und finden“ aus dem großen Bücherregal gezogen. Frieling beginnt mit den Fragen, die drei Kinder suchen und zählen Tiere. „Ich bin nicht der Fußballtyp – ich mag es, den Kindern vorzulesen und Spiele mit ihnen zu spielen“, sagt Frieling in Anspielung auf das Vorurteil, dass Männer am liebsten Fußball spielen.

Frieling, der in Neustadt am Rübenberge wohnt, hat die Realschule besucht und zunächst eine Ausbildung zum sozialpädagogischen Assistenten absolviert: Eine zweijährige schulische Ausbildung, die man als eine Art Vorstufe zum Erzieher verstehen kann. „Aber ich wollte nicht als Assistent arbeiten, ich wollte die pädagogische Verantwortung“, sagt er. Da seine Noten gut waren, hängte er eine Ausbildung zum Erzieher dran, die ebenfalls zwei Jahre dauerte. In Zukunft könne er sich vorstellen, stellvertretender Einrichtungsleiter zu werden. Eine Leitungsstelle mit Freistellung komme aber nicht in Frage. „Ich würde die Arbeit mit den Kindern vermissen.“

Ein weiteres Vorurteil, das ihm öfter begegne: die angeblich schlechte Bezahlung .„Im Hinblick auf unsere verantwortungsvolle Tätigkeit in der vorschulischen Bildung könnte es mehr sein. Aber verglichen mit anderen Ausbildungsberufen ist sie gut“, sagt Frieling. Bei der AWO wird er nach Tarif bezahlt, hat eine betriebliche Altersversorgung, ein Job-Ticket, regelmäßige Fortbildungen und Aufstiegsmöglichkeiten. Sein Job könne natürlich auch anstrengend sein. Bis zu 25 Kinder in einem Raum, das komme häufiger vor – vor allem in der Corona-Zeit, in der die Kinder in festen Gruppen sind. „Es kann laut werden – damit muss man umgehen können“, betont Frieling.

Zu seinen täglichen Aufgaben gehören neben der pädagogischen Arbeit die Dokumentation, Entwicklungsgespräche mit den Eltern und die Erstellung von Plänen zu den geplanten Entwicklungsschritten. Er hat elf Bezugskinder, für deren Entwicklung der die Verantwortung trägt. Die AWO Kita arbeitet dabei nach dem sogenannten early excellence-Ansatz: Die Erziehenden beobachten die Kinder und machen ihnen spezielle Angebote, über die sie sich weiterentwickeln. „Stärken stärken, Schwächen schwächen“ sei das Motto. „Unser Ziel sind zufriedene Kinder, die sich gut entwickeln“, betont Frieling.

Was würde er jungen Männern mit auf den Weg geben, die sich nicht sicher sind, ob der Beruf Erzieher das Richtige für sie ist? „Probiert es aus“, sagt Frieling, „der Job gibt ganz viel zurück!“

Text & Fotos: Christian Degener/AWO

Pascal Frieling arbeitet als Erzieher in der AWO Kita Freytagstraße.

„Tierisch was los!”: Pascal Frieling schaut sich mit Kindern der AWO Kita Freytagstraße ein Bilderbuch an.

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