
Kleinkindbetreuung
Forscher und Entdecker - "Riesen" - von Anfang an!
Die Kleinkindbetreuung wird in der öffentlichen Diskussion intensiv thematisiert. Für die Einrichtungen der AWO Region Hannover e. V ist dies kein neues Arbeitsfeld. Schon seit den frühen siebziger Jahren ist die Krippen- und Krabbelstubenbetreuung ein fester Bestandteil in vielen Kindertagesstätten.
Innovativ und vorausschauend wird eine stetige Weiterentwicklung dieses Bereiches seitens der Arbeiterwohlfahrt verfolgt und damit aufgezeigt, wie wichtig die Förderung und Bildung im Kleinkindbereich zu sehen ist.
In der Kindertagesstätte des Familienzentrums "Misburger Regenbogenschiff" werden seit dem Sommer 2000 fünfzehn Kinder in einer Kleinkindgruppe (Krippe) im Alter von 18 Monaten bis 3 Jahren betreut.
Das pädagogische Konzept der Einrichtung orientiert sich an den Grundlagen des Situationsansatzes und den Grundgedanken der Reggiopädagogik. In dieser wird dem Kind von Geburt an große Kompetenz, Neugier, Forscher- und Entdeckerdrang zugeschrieben. Kinder sind demnach keine hilfsbedürftigen Wesen, vielmehr wollen ihre Fähigkeiten und Potentiale gefördert und unterstützt werden.
Mit diesem Wissen erleben wir begeisterungsfähige kleine Experten fürs Lernen, mit viel Freude und Neugier. Sich Zeit nehmen, beobachten, wiederholen, über Ergebnisse staunen, Erlerntes zeigen und zu kommunizieren - diese Entwicklung begleiten und fördern macht die Faszination im Kleinkindbereich aus.
Was brauchen Eltern und Kinder?
Mütter und Väter können oft aus ihrer beruflichen und wirtschaftlichen Situation heraus die Elternzeit nicht voll ausnutzen. Durch fehlende familiäre Unterstützung sind sie in vielen Fällen auf eine frühe, ganztägige Kleinkindbetreuung angewiesen. Wir beobachten, dass ein großer Teil der Eltern, die eine Notwendigkeit darin sehen, ihre Kinder vor dem dritten Lebensjahr außerhalb der Familie betreuen zu lassen, ängstlich und verunsichert sind.
Hier gilt es im Erstkontakt und im Besonderen in der Eingewöhnungszeit das Augenmerk auf die Zusammenarbeit mit den Eltern zu legen.
Kinder und Eltern brauchen Vertrauen und Sicherheit und ein gutes Gefühl, um eine Orientierung für die Struktur in einer Kleinkindbetreuung zu bekommen. Dieses erfordert ein ‚sich Zeit nehmen' für alle Beteiligten: Kind, Eltern und Erzieher/innen, Kind und Erzieher/innen, Kindergruppe und Kind.
Die Erziehung und Bildung der Kinder liegt in der gemeinsamen Verantwortung von Eltern und Kindertagesstätte. Die gelebte Pädagogik in unserer Einrichtung inspiriert Eltern, Kinder und Mitarbeiter/innen, Wissen und Fähigkeiten zu teilen. Kompetenzen und Expertenwissen von Eltern bereichern den Alltag und charakterisieren somit eine gute Zusammenarbeit.
Gemeinsame Absprachen und Vereinbarungen lassen ein gegenseitiges Vertrauen und Miteinander wachsen. Wir machen die Erfahrung, dass eine gut vorbereitete und dadurch entspannte Eingewöhnungszeit ca. zwei bis drei Wochen dauert.
Raumgestaltung und pädagogisches Angebot als besondere Herausforderung
Natürliche Neugier und Experimentierfreude erfordern eine anregende Lernumgebung. Die Raumstruktur und verschiedene Angebote eröffnen das Ausleben von Kreativität und Bewegung, ermöglichen das Konstruieren und naturwissenschaftliches Experimentieren, aber auch die Möglichkeit des Rückzuges. Bei alledem soll der Gedanke Berücksichtigung finden: "Weniger ist mehr und die Leichtigkeit des Seins bestimmt die Atmosphäre. Nichts bleibt gleich und starr, sondern muss veränder- und austauschbar sein."
Immer wiederkehrende Rituale und spezifische Angebote, wie z.B. Musik und Fingerspiele, erweitern die Lernerfahrungen und sind ein wichtiger Baustein für diese Altersgruppe. Kommunikation und Sprachförderung findet nicht nur in pädagogischen Angeboten, sondern im Besonderen bei allen pflegerischen Aufgaben in der eins zu eins Betreuung statt.
Durch die räumliche Ausgestaltung, die liebevolle und zeitintensive Betreuung seitens der Erzieher/innen und die dem Alter entsprechenden Angebote, erfahren die Kinder eine Förderung, die sie in ihrem Selbstbewusstsein und ihrer Selbstständigkeit stärkt.
Die Kinder lernen, ihre Interessen einzufordern und sich wie selbstverständlich in ihrer Gruppe, aber auch im Kontakt zu den älteren Kindern und Erzieher/innen zu verhalten, so dass später der Übergang in die Kindergartengruppe leichter fällt.
Eine erneute Eingewöhnungsphase entfällt und die nach "reggianischem" Gedanken ‚Entdecker- und Forschungsreise' geht weiter.
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Flyer „Familienzentrum“
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